Im Jemen müssen Millionen Kleinkinder hungern: UNO mit neuem Hilfsappell

Insgesamt leiden im Kriegsland fast 2,3 Millionen Mädchen und Buben unter fünf Jahren an Mangelernährung. 400.000 Kinder könnten ohne Behandlung an den Folgen sterben.

Mangelernährung schädigt die körperliche und kognitive Entwicklung irreversibel, besonders in den ersten beiden Lebensjahren.
© AFP/Ahmed

Sanaa – Millionen Kleinkinder müssen in diesem Jahr im Bürgerkriegsland Jemen nach UNO-Angaben hungern. Insgesamt könnten fast 2,3 Millionen Mädchen und Buben unter fünf Jahren von Mangelernährung betroffen sein, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Kinderhilfswerks UNICEF und anderen UNO-Organisationen hervorgeht. Dies entspreche der Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren.

400.000 Kinder könnten ohne Behandlung an den Folgen sterben, warnten die Organisationen in einer Mitteilung. Den Angaben zufolge verschärft sich die Hungersnot in diesem Jahr weiter. Das stark verarmte Bürgerkriegsland könnte neue Höchstwerte bei der akuten Unterernährung erreichen, erklärten die UNO-Organisationen. Mangelernährung schädige die körperliche und kognitive Entwicklung irreversibel, besonders in den ersten beiden Lebensjahren. Betroffene seien zudem anfälliger für Krankheiten. Bereits 1,2 Millionen schwangere und stillende Jemenitinnen seien unterernährt. Die Corona-Pandemie habe das Problem verschlimmert.

UNICEF fordert ungehinderten Zugang

UNICEF forderte unter anderem einen ungehinderten Zugang zu Gemeinden vor Ort. "Mit jedem Tag, der ohne Handlung vergeht, werden mehr Kinder sterben", warnte Geschäftsführerin Henrietta Fore.

In dem Land im Süden der Arabischen Halbinsel kämpfen die Houthi-Rebellen gegen die international anerkannte Regierung. Ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis unterstützt die Regierung. Die Houthis wiederum sind mit dem Iran verbündet. Die seit mehr als zwei Jahren laufenden Friedensbemühungen kommen kaum voran. Schon früher hatten die Vereinten Nationen erklärt, das Land leide unter der derzeit größten humanitären Krise weltweit. (APA/dpa)

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