WSG Tirol verlor gegen Salzburg erst spät: „Bis zur 79. Minute eine Topleistung"

Trotz zweimaliger Führung stand die WSG nach dem Heimspiel gegen Salzburg mit leeren Händen da. Die Bullen drehten einen 1:2-Rückstand kurz vor Spielende noch in einen 4:2-Auswärtserfolg um und bauten ihre Führung in der Tabelle aus.

David Schnegg und die WSG waren zu Spielbeginn tonangebend am Tivoli. Am Ende setzte sich aber doch der Favorit durch.
© EXPA/STEFAN ADELSBERGER

Innsbruck – Die WSG schrammte am Samstag knapp an einem Punktgewinn gegen Serienmeister Red Bull Salzburg vorbei. Die Tiroler mussten sich trotz zweimaliger Führung im Tivoli 2:4 geschlagen geben. Für die WSG trafen Fabian Koch (10.) und Nikolai Baden Frederiksen (78./Elfer). Die Tore der Salzburger erzielten Patson Daka im Doppelpack (31., 89.) sowie Mergim Berisha (79.) und Sekou Koita (90.).

Salzburg liegt vor dem großen Ligaschlager kommende Woche gegen Rapid nun drei Punkte vor dem ersten Verfolger aus Hütteldorf. Zudem gelang mit dem sechsten Sieg im sechsten Pflichtspiel des Jahres 2021 die Generalprobe für das Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League am Donnerstag gegen Villarreal. Die Wattener dagegen musste ihre erste Niederlage des Kalenderjahres hinnehmen, liegen im Rennen um den Einzug in die Meistergruppe aber weiter auf Rang fünf.

⚽ tipico Bundesliga, 16. Spieltag

WSG Tirol - FC Red Bull Salzburg 2:4 (1:1)

  • Tore: 1:0 (10.) Koch, 1:1 (31.) Daka, 2:1 (78.) Baden Frederiksen (Elfmeter), 2:2 (79.) Berisha, 2:3 (89.) Daka, 2:4 (90.) Koita

SCR Altach - SK Rapid Wien 0:0

  • Gelb-Rot: Schreiner (23./SCR/wiederholtes Foulspiel)

WAC - FC Admira 2:1 (0:1)

  • Tore: 0:1 (3.) Wooten, 1:1 (17.) Henriksson, 2:1 (76.) Joveljic

Sonntag:

  • FK Austria Wien - TSV Hartberg 14.30 Uhr
  • SV Ried - SKN St. Pölten 14.30 Uhr
  • LASK - SK Sturm Graz 17.00 Uhr

Zum Spielverlauf: Salzburg-Trainer Jesse March rotierte gegenüber dem 3:1 am Mittwoch gegen die Austria an sechs Positionen. Berisha agierte in einem ungewohnten System mit Mittelfeld-Raute hinter den Spitzen Daka und Karim Adeyemi im Offensivzentrum. Liga-Topscorer Koita saß vorerst nur auf der Ersatzbank. Wattens trat in Bestbesetzung an. Zlatko Dedic ersetzte den zu Sturm Graz abgewanderten Kelvin Yeboah, der Routinier musste aber bereits in der ersten Hälfte mit Oberschenkelproblemen vom Platz.

Die Salzburger waren in der Anfangsphase feldüberlegen, fanden bei schwierigen Platzverhältnissen aber keine zwingenden Chancen vor. Nachdem Albert Vallci einen Corner vor Torhüter Cican Stankovic weggeköpfelt hatte, erwischte Koch den Favoriten auf dem falschen Fuß. Sein Distanzschuss aus 20 Metern schlug im linken Eck ein. Die WSG war plötzlich die gefährlichere Mannschaft. Ein Versuch von Baden Frederiksen fast von der Mittellinie ging nur knapp daneben (14.), einen Flachschuss des Dänen nach Dedic-Zuspiel entschärfte Stankovic (17.).

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Der Ausgleich fiel fast aus dem Nichts. Adeyemi segelte an einem langen Ball von Vallci vorbei. Daka nutzte die Verwirrung in der WSG-Hintermannschaft, in der auch Keeper Ferdinand Oswald etwas übereifrig aus seinem Tor geeilt war. Die Bullen hatten das Spiel danach wieder besser im Griff, mehr als eine Chance von Youngster Luka Sucic (45.) schaute vorerst aber nicht heraus.

Nach dem Führungstreffer schlug Salzburg eiskalt zurück

Nach Seitenwechsel prüfte Baden Frederiksen erneut Stankovic (61.). Auf der Gegenseite parierte Oswald einen Berisha-Kopfball (71.). Rasmus Kristensen brachte den Ball aus kurzer Distanz nicht im Tor unter (73.). Baden Frederiksen war es auch, der im Laufduell mit dem etwas ungeschickt agierenden Andre Ramalho den Elfmeter für die WSG herausholte. Der 20-jährige Juventus-Leihspieler versenkte den Strafstoß zu seinem fünften Tor im vierten Ligaspiel 2021 im rechten Eck. Stankovic war in der richtigen Ecke, konnte den Ball aber nicht bändigen.

Heute ist das erste Mal, dass ich nach einem Spiel gegen Red Bull enttäuscht bin. Bei den anderen Spielen war ich immer froh, dass es aus ist. Wir haben eine Topleistung geboten bis zur 79. Minute, dann hat Salzburg mit seinen Einwechslungen extrem an der Qualitätsschraube gedreht. Der Auftritt war so gut, wie wir tabellarisch dastehen - grundsolide.
Thomas Silberberger, Trainer WSG Tirol

Die Salzburger drehten das Spiel etwas glücklich. Praktisch im Gegenzug landete ein Vallci-Kopfball nach einem Corner an der Stange. Der Ball sprang von Oswald direkt Berisha vor die Füße, der aus kürzester Distanz einschoss. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kam auch Daka nach einer Ulmer-Flanke und missglücktem Klärungsversuch von Bruno Soares in guter Position an den Ball. Der Sambier, der zwischenzeitlich in ungewohnter Rolle rechts im Mittelfeld agierte, erzielte sein 13. Liga-Saisontor.

Dem nicht genug: Nach einem Fehler von Raffael Behounek durfte auch der eingewechselte Koita noch zuschlagen. Der Stürmer aus Mali hält nun bei 14 Ligatreffern. Salzburg gewann damit auch das vierte Bundesliga-Duell mit der WSG seit deren Aufstieg. Die Bullen, die erstmals in diesem Kalenderjahr mehr als ein Gegentor kassierten, taten sich dabei aber deutlich schwerer als beim 5:0 im Herbst und bei den beiden 5:1-Erfolgen in der vergangenen Saison.

Salzburg-Verfolger Rapid musste sich auswärts gegen Schlusslicht Altach mit einem 0:0 begnügen. Dabei spielten die Wiener in Vorarlberg nach einer gelb-roten Karte für Schreiner fast 70 Minuten lang in Überzahl.

Im dritten Samstagsspiel setzte sich der WAC nach Rückstand noch mit 2:1 gegen die Admira durch und setzte sich im Kampf um die Meisterrunde sechs Punkte von Verfolger Austria Wien ab. (TT.com, APA)

Die aktuelle Tabelle der tipico Bundesliga:


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