US-Star Shiffrin kombiniert sich in Cortina zu WM-Gold, Siebenhofer Fünfte

Die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin gewann die Kombination mit fast einer Sekunde Vorsprung auf Petra Vlhova (SVK) und Michelle Gisin (SUI). Beste Österreicherin wurde Ramona Siebenhofer als Fünfte.

Mikaela Shiffrin sicherte sich mit einer starken Slalomfahrt Kombi-Gold.
© GEPA pictures/ Thomas Bachun

Cortina d'Ampezzo - Mikaela Shiffrin hat am Montag Kombinations-Gold bei der alpinen Ski-WM in Cortina d'Ampezzo erobert. Die Topfavoritin aus den USA legte die Basis zum Triumph mit Platz drei im Super-G, ehe sie Slalom-Bestzeit erzielte. Hinter Shiffrin, für die es der bereits sechste WM-Titel, aber der erste in der Kombi war, landeten die Slowakin Petra Vlhova (+0,86) und Olympiasiegerin Michelle Gisin (+0,89) aus der Schweiz auf den weiteren Medaillenrängen. Ramona Siebenhofer wurde Fünfte.

Die Steirerin überraschte nach Halbzeit-Rang 15 (+1,07 Sek.) mit viertbester Slalom-Zeit. "Für meine Verhältnisse war der Slalom okay, (...) da herunter habe ich mich nicht schlecht geschlagen. So was im Slalom habe ich noch nie trainiert. Es hat mich überrascht, dass ich so viele Plätze gut machen konnte. Ich hätte im Super-G eine bessere Leistung zeigen müssen, das ist momentan meine Schwachstelle", wusste Siebenhofer, wo sie die Medaille liegen gelassen hatte.

Die Speed-Spezialistin hatte bereits im Super-G mehr als eine Sekunde auf das Halbzeit-Toptrio Federica Brignone, die im Slalom schon kurz nach dem Start ausschied, Elena Curtoni (+0,01 Sek.) und Shiffrin (+0,06) verloren. Siebenhofers Rückstand im Schlussklassement betrug deshalb satte 2,81 Sekunden auf die Siegerin. Aufs Podest fehlten fast zwei Sekunden.

Auch die anderen ÖSV-Damen Franziska Gritsch, Ariane Rädler und Katharina Huber hatten schon im Super-G zu viel Zeit verloren. Die Tirolerin Gritsch wurde schließlich Elfte, die Niederösterreicherin Huber 13., während die Vorarlbergerin Rädler im für sie "zu schwierigen" Slalom ausschied. Für die Österreicherinnen war es das insgesamt zehnte WM-Rennen en suite ohne Einzelmedaille.

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Shiffrin sprach von einem "großartigen Tag, kalt, aber perfekt". Die 25-Jährige hat vier ihrer sechs WM-Titel in ihrer Paradedisziplin Slalom (2013, 2015, 2017 und 2019) geholt und kann diese Erfolgsserie am Samstag fortsetzen. Dazu wurde die Gewinnerin von 68 Weltcup-Rennen vor zwei Jahren in Aare erstmals Super-G-Weltmeisterin. In Cortina hatte Shiffrin vor ihrem Kombi-Sieg bereits Bronze im Super-G eingefahren. Shiffrin hält jetzt schon bei insgesamt neun WM-Medaillen (sechs Gold/ein Silber/zwei Bronze) und ist damit die Nummer eins im US-Skiteam.

Vlhova freute sich über Silber, da "Mika perfekt gefahren" war. Auch Gisin strahlte nach Bronze. "Es ist nicht selbstverständlich, dass man eine Medaille gewinnt. Ich habe in beiden Läufen ein paar Fehler zu viel gemacht, um eine Chance gegen die überragende Mikaela zu haben. Im Super-G war mehr drinnen", gestand die 27-Jährige. Das galt auch für ihre Landsfrau Wendy Holdener, die 2017 in St. Moritz und 2019 in Aare Kombi-Weltmeisterin geworden war. Nach dem 14. Halbzeitrang musste die Olympia-Dritte im Slalom zu viel riskieren und schied aus. (APA)

Reaktionen nach der Kombination der Damen:

Mikaela Shiffrin (USA/Gold): "Am Ergebnis sieht man, die Topathleten beider Disziplinen sind vorne. Es gibt eine paar, die beides richtig gut können, Super-G und Slalom. Petra, Michelle, Wendy, da gibt es viele, die Gas geben. Ich wollte einen starken Lauf. Es war ein großartiger Tag, kalt, aber ein perfektes Cortina."

Petra Vlhova (SVK/Silber): "Ich glaube, ich habe Silber gewonnen, Mika ist perfekt gefahren. Mein Slalom war nicht so gut. Aber es ist Silber, damit bin ich sehr glücklich. Im Super-G war ich am Limit. Es war sehr eisig, die Kurssetzung war auch eigenartig."

Michelle Gisin (SUI/Bronze): "Das war sehr wichtig, dass ich da vorne mitmischen kann. Es ist nichts selbstverständlich, dass man eine Medaille gewinnt. Ich habe in beiden Läufen ein paar Fehler zu viel gemacht, um eine Chance gegen die überragende Mikaela zu haben. Im Super-G war mehr drinnen."

Ramona Siebenhofer (AUT/5.): "Für meine Verhältnisse war der Slalom okay. Aber für die Verhältnisse da herunter habe ich mich nicht schlecht geschlagen. So was im Slalom haben ich noch nie trainiert. Es hat mich überrascht, dass ich so viele Plätze gut machen konnte. Ich hätte im Super-G eine bessere Leistung zeigen müssen, das ist momentan meine Schwachstelle."

Franziska Gritsch (AUT/11.): "Man hat es gesehen, ich habe mir schwergetan. Das Einfahren war anders, ich habe mich schwer umstellen können. Ich muss das schnell abhakeln, ich werde die positiven Sachen mitnehmen. Ich habe im Super-G engagierte Schwünge gezeigt, ich war das erste Mal auf der Piste. Ich habe mir nichts vorzuwerfen, es warten noch einige Jahre auf mich. Der Blick ist schon wieder auf morgen gerichtet."

Ariane Rädler (AUT/Ausfall): "Es war zu schwierig für mich, ich hatte Grip-Probleme. Schade, dass sie bei der Kombi so eine Piste herspritzen, da haben wir Nicht-Slalomfahrer gar keine Chance. Das war für mich sehr schwierig. Jetzt habe ich die erste WM hinter mir, bei der nächsten werde ich vieles anders machen."

⛷⏱ WM-Kombination der Damen in Cortina - Endstand:


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