Online-Videos geben Einblick in Behandlung auf Intensivstationen

Zwei langjährige Mitglieder eines Intensivteams liefern in der Online-Schulung einen Überblick über die Abläufe und Behandlungen. Der Kurs richtet sich an Betroffene, Angehörige und weitere Interessierte.

Wien – Intensivstationen sind wegen Corona in den Fokus gerückt. Wie dort die Betreuung - auch ohne Covid-19 - abläuft, zeigt nun ein Onlinekurs für Betroffene, Angehörige und weitere Interessierte. Das Projekt mit mehr als drei Stunden Videos und weiterem Infomaterial auf der Selbsthilfeplattform selpers.com wurde von der Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) und der Federation of Austrian Societies of Intensive Care Medicine (FASIM) realisiert.

Ob geplant nach einer großen Operation oder unvorhergesehen nach einem schweren Unfall oder besonders schweren Krankheiten - ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist eine außergewöhnliche Situation, betonten die Experten am Montag in einer Aussendung. Zwei langjährige Mitglieder eines Intensivteams, die Medizinerin Barbara Friesenecker und der diplomierte Krankenpfleger Michael Urschitz, liefern in der Online-Schulung samt Grafiken einen Überblick über die Abläufe und Behandlungen. Dazu gibt es Infomaterialien, wie eine Packliste für den Aufenthalt und ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen.

"Neben den Angehörigen von Intensivpatientinnen und -patienten wollen wir auch Menschen erreichen, die wissen, dass sie als Patientin oder Patient auf eine Intensivstation kommen werden", erläuterte Friesenecker, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ethik in Anästhesie und Intensivmedizin der ÖGARI. Durch das Errichten einer Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht bestehe für jeden "die Möglichkeit zur Mitbestimmung, welche Therapien zur Anwendung kommen sollen und welche nicht", betonte sie.

Angehörige von Intensivpatienten spielen eine wichtige Rolle bei deren Genesung, berichtete Urschitz, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft für Intensiv- und Anästhesiepflege des Gesundheits- und Krankenpflegeverbands (ÖGKV). Oft seien es sehr einfache Dinge, die helfen können. "Wenn der oder die Erkrankte nach der Versorgung auf der Intensivstation versucht, die Belastung zu verarbeiten, kann beispielsweise ein Intensivtagebuch helfen." Darin verfassen Angehörige, Pflegepersonal, Ärzte sowie Therapeuten jeden Tag kurze Einträge für die Erkrankten, für die Zeit wenn sie sich nicht mehr im Tiefschlaf befinden. (APA)


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