Nordkoreaner gelang Flucht nach Süden über strengstens bewachte Grenzzone

Beide Länder trennt auf dem Land eine vier Kilometer breite Pufferzone, die teilweise noch vermint ist. Zudem wird die Grenzzone auf beiden Seiten von Stacheldrahtzäunen gesichert.
© JUNG YEON-JE

Seoul, Pjöngjang – Einem Nordkoreaner ist nach Militärangaben offenbar die Flucht über die stark bewachte innerkoreanische Grenze nach Südkorea gelungen. Der Mann sei am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) an der Ostküste in der Nähe eines militärischen Kontrollpunkts südlich der Grenze von Überwachungskameras gefilmt worden, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Nach dreistündiger Suche sei der Mann schließlich aufgegriffen worden.

Es werde davon ausgegangen, dass es sich um einen Nordkoreaner handle. Nach Berichten der nationale Nachrichtenagentur Yonhap äußerte der zwischen 20 und 30 Jahre alte Mann seine Absicht, in Südkorea bleiben zu wollen. Unklar war demnach, ob es sich um einen Zivilisten oder eventuell einen fahnenflüchtigen Soldaten handelt.

Vier Kilometer breite, verminte Pufferzone

Auch untersuchte das Militär, ob der Mann die Landesgrenze oder mit einem Boot die Seegrenze überquert hat. Beide Länder trennt auf dem Land eine vier Kilometer breite Pufferzone, die teilweise noch vermint ist. Zudem wird die Grenzzone auf beiden Seiten von Stacheldrahtzäunen gesichert.

Vor der Coronavirus-Pandemie flohen aus dem weitgehend abgeschotteten Nordkorea so gut wie jedes Jahr zahlreiche Menschen vor Hunger und Unterdrückung. Dass Menschen dabei über die innerkoreanische Grenze direkt nach Südkorea gelangen, kommt eher selten vor. In den meisten Fällen fliehen Nordkoreaner über die Grenze nach China. Viele von ihnen gelangen über dritte Länder nach Südkorea. (APA/dpa)


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