60-Jähriger stach in Wörgl mit Messer auf Stieftochter ein

Die Polizei ermittelt nach einem Mordversuch in Wörgl: Ein 60-jähriger Mann soll seine 19-jährige Stieftochter mit einem Messer am Hals verletzt haben.

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Die Polizeiinspektion in Wörgl.
© ZOOM.TIROL

Von Thomas Hörmann

Wörgl – Ein 60-jähriger Serbe in der Justizanstalt, seine Ex-Partnerin und deren Tochter verletzt: So endete am Freitagabend eine Auseinandersetzung in Wörgl. Vor allem das 19-jährige Opfer hatte großes Glück: Der Angreifer erwischte die junge Rumänin zwar am Hals, die Schnittverletzung war aber nur oberflächlich. Da die Attacke auch fatal hätte ausgehen können, ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft wegen Verdacht des versuchten Mordes.

📽️ Video | 60-Jähriger sticht Stieftochter in Hals

Es war am Freitag gegen 21.30 Uhr, als die 19-jährige Rumänin ihre Mutter (38) vor deren Wohnung mit dem Auto abholen wollte. Die Tochter vertrieb sich die Wartezeit mit dem Rauchen einer Zigarette, das Seitenfenster ihres Wagens war halb geöffnet. Als wenig später die Mutter aus Wohnung kam und auf der Beifahrerseite einstieg, tauchte auch plötzlich der Ehemann und Stiefvater scheinbar aus dem Nichts auf. „Ohne viel zu sagen drückte der Verdächtige die Seitenscheibe auf der Fahrerseite weiter nach unten und stach mit einem Messer ins Wageninnere“, schildert Katja Tersch, Leiterin des Landeskriminalamtes, den weiteren Ablauf.

Die Klinge traf die Stieftochter zwar am Hals, verursachte aber nur eine leichte Schnittverletzung. Die Mutter des Opfers wollte den Angriff vom Beifahrersitz aus mit den Händen abwehren. Dabei erlitt sie ebenfalls leichte Schnittverletzungen.

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Schließlich konnten die Frauen die Türen verriegeln, den Motor starten und zur Polizeiinspektion Wörgl flüchten. Dort wurden sie medizinisch versorgt.

U-Haft für amtsbekannten 60-Jährigen beantragt

Wenig später nahmen Polizeibeamte den 60-Jährigen in dessen Wörgler Wohnung fest. Er gab die Attacke bereits zu, bestritt aber jede Mordabsicht. Der Mann ist bereits amtsbekannt. Erst im Jänner wurde der Serbe am Innsbrucker Landesgericht zu einer (nicht rechtskräftigen) Haftstrafe von 6,5 Jahren verurteilt. „Es besteht der Verdacht der fortgesetzten Gewaltanwendung gegen seinen neunjährigen Sohn sowie der Körperverletzung gegenüber seiner Noch-Ehefrau“, erklärt Hansjörg Mayr, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft. Die U-Haft ist bereits beantragt.

Der Beschuldigte und seine Ehefrau leben seit Monaten getrennt, die Scheidung ist aber noch im Gang. Für den Serben gilt die Unschuldsvermutung.


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