Weltcup-Endspurt: Duell Schweiz gegen Österreich auf mehreren Fronten

Kriechmayr gegen Odermatt im Super-G, Mayer gegen Feuz in der Abfahrt und das Herrenteam fährt gegen die Eidgenossen um den Sieg in der Nationenwertung.

Wer macht wen am Ende "nass": Die Schweizer mit Marco Odermatt (l.) die Österreicher mit Vincent Kriechmayr oder umgekehrt?
© HELMUT FOHRINGER

Saalbach-Hinterglemm - Keine Entscheidungen im Kugelkampf haben die Speedrennen der Ski-Herren in Saalbach-Hinterglemm gebracht. Beim Weltcupfinale ab 17. März in Lenzerheide heißt es zweimal Österreich gegen Schweiz: Vincent Kriechmayr startet mit 83 Punkten Vorsprung auf Marco Odermatt in den Super-G, Matthias Mayer hat als Verfolger von Beat Freuz 68 aufzuholen. Großer Verlierer im WM-Ort von 2025 war Alexis Pinturault, dessen Guthaben auf Odermatt im Gesamtweltcup auf 81 Zähler schrumpfte.

Abfahrtssieger Kriechmayr war am Sonntag im sehr technischen Super-G mit Rang drei hinter Odermatt und dem Franzosen Matthieu Bailet nicht unzufrieden. Gratulationen gab es auch von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der aber auch anmerkte: "Vielleicht hat er heute nicht das Letzte aus sich herausgeholt." Dass sich der Weltmeister aus Oberösterreich im letzten Rennen das Kristall noch entreißen wird lassen, glaubt der Verbandschef aber nicht.

Rennsportleiter Andreas Puelacher freute sich im Super-G angesichts der Plätze drei durch Kriechmayr, vier durch Raphael Haaser, sieben durch Matthias Mayer, zehn durch Daniel Hemetsberger und elf durch Daniel Danklmaier über "eine kompakte Speedmannschaft". In der Nationenwertung der Herren verringerte sich damit der Rückstand des ÖSV-Teams auf die Schweiz auf nur noch 64 Zähler.

Restlos zufrieden war Puelacher mit dem Gezeigten auf der Schneekristall-Strecke am Zwölferkogel aber nicht. "Einige haben gute Leistungen gebracht, ein paar haben mir nicht gefallen. Wenn man so eine Mannschaft hat, muss man auch einfordern. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, aber heute wäre noch mehr drinnen gewesen." Keine Antwort gab es auf die Frage, von wem speziell er sich mehr erwartet hätte.

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"Dass Odermatt sehr stark drauf ist, haben wir gewusst. Unsere Fahrten, Vinc' und meine, waren nicht ganz optimal", wusste Mayer. "Man sieht im Super-G, dass alles möglich ist, da müssen alle Gas geben, da muss alles zusammenpassen." Er hat nun zwei Tage Riesentorlauftraining eingeplant. Ob er bei der vorletzten Weltcupstation in Kranjska Gora mit dabei sein wird, ist aber noch unklar. Bei Kriechmayr ist "Erholung, ein paar Schneetage und gute Vorbereitung auf Lenzerheide angesagt".

Neben Kriechmayr und Mayer hat sich als dritter ÖSV-Fahrer Max Franz für beide Speedrennen beim Finale qualifiziert. In der Abfahrt schafften dies noch Otmar Striedinger und Hemetsberger, im Super-G Christian Walder. Danklmaier schrammte in der Abfahrt als 26. an den Top 25 vorbei, im Super-G fehlte als 33. doch einiges mehr. Die Ränge 14 und 11 in Saalbach als Saisonbestleistungen nahm der Steirer nach einem anfangs schwierigen Winter aber als Motivation für die nächste Saison mit.

📊 Stand im Nationencup und im Gesamtweltcup

Heuer noch viel vor hat der Überraschungsvierte Haaser, für ihn heißt es nun Europacupfinale in Saalbach (Super-G, Abfahrt) und Reiteralm (Riesentorlauf). In der Gesamtwertung ist er 59 Punkte hinter seinem Teamkollegen Maximilian Lahnsteiner Zweiter, im Super-G sind die Top drei möglich, es geht also noch um fixe Weltcup-Startplätze für den nächsten Winter. "Heute hat vom Start bis ins Ziel alles zusammengepasst, es tut gut zu sehen, dass man eigentlich eh nicht so weit weg ist", sagte Haaser nach seinem ersten Topergebnis im Weltcup.

WM-Bronzemedaillengewinner Pinturault patzte am Sonntag in dem eigentlich für ihn maßgeschneiderten und vom eigenen Trainer gesetzten Super-G als 15. "Im Gesamtweltcup war das ein großer Schritt. Jeder Punkt, den man aufholen kann, ist wichtig", erklärte Odermatt. "Ich erwarte einen großen Kampf bis zum Schluss." Den wird ihm Pinturault sicherlich liefern, arbeitet er doch schon so lange auf die große Kugel hin, zuletzt war er zweimal Zweiter. Der Franzose hat den Vorteil, noch zwei Slaloms mehr zu haben als Odermatt, der die Torläufe definitiv auslassen wird. (APA)


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