Thiem zieht ins Doha-Viertelfinale ein, Federer mit Comeback-Sieg

Der topgesetzte Niederösterreicher hatte mit dem Sensations-Halbfinalisten der Australian Open, dem Russen Aslan Karazew, zunächst mehr Mühe als ihm lieb war. Am Ende siegte er aber mit 6:7(5),6:3,6:2. Federer siegte in drei Sätzen beim seinem Comeback.

Dominic Thiem.
© WILLIAM WEST

Doha – US-Open-Sieger Dominic Thiem hat den Rost von dreieinhalb Wochen Pause abgeschüttelt und am Mittwoch nach Anlaufschwierigkeiten das Viertelfinale des mit 1,154 Mio. Dollar dotierten ATP-Turniers in Doha erreicht. Der topgesetzte Niederösterreicher hatte mit dem Sensations-Halbfinalisten der Australian Open, dem Russen Aslan Karazew, zunächst mehr Mühe als ihm lieb war. Am Ende siegte der Weltranglisten-Vierte dann aber doch noch sicher nach 1:56 Stunden mit 6:7(5),6:3,6:2.

„Es war nicht mein erstes Match gegen ihn“, erinnerte Thiem an eine Begegnung aus Juniorenzeiten vor „zehn oder elf Jahren“. Karazew war also zwar auf der Tour, nicht aber als Spieler Neuland für Thiem. „Er hat mit uns auch kurz in Wien trainiert. Aber natürlich hat er sein Level in den vergangenen sechs Monaten enorm gesteigert. Es war ‚super-interessant‘ gegen ihn zu spielen“, meinte Thiem noch auf dem Platz, übrigens auch vor Zuschauern - keine Selbstverständlichkeit in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. „Ich habe es sehr genossen.“

Thiem trifft nun im Viertelfinale auf den als Nummer fünf gesetzten Spanier Roberto Bautista Agut. Dieser hatte zuvor den Kasachen Alexander Bublik 6:4;6:3 bezwungen. Gegen Bautista Agut hat Thiem in vier Begegnungen nur einmal gewonnen, es war aber die bisher letzte Partie im St. Petersburg-Halbfinale 2018. Auch alle bisherigen Aufeinandertreffen fanden auf Hartplatz statt.

„Ja, ich habe nicht so eine gute Bilanz gegen ihn, er hat mich 2015 dreimal relativ glatt besiegt. Er hat ein sehr unangenehmes Spiel für mich. Ich werde mir eine gute Taktik zurechtlegen“, sagte Thiem in der Pressekonferenz, zu der er ungewöhnlich schnell erschienen war, weil er auch selbst Roger Federers Comeback auf dem Platz verfolgen wollte.

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Thiem, der in der ersten Runde ein Freilos gehabt hatte, brauchte noch eine gewisse Anlaufzeit, um den „Rost“ der langen Spielpause abzuschütteln. Sein bis dato letztes Match war das überraschend frühe Achtelfinal-Aus bei den Australian Open gewesen. Satz eins verlief äußerst ausgeglichen. Ohne einzigen Breakball auf beiden Seiten ging es ins Tiebreak. In diesem gelang Thiem eine 5:2-Führung, doch der Außenseiter schlug zurück und holte sich den ersten Satz noch mit 7:5.

Doch ab diesem Zeitpunkt schaltete Thiem einige Gänge höher. Ein schnelles Break zum 2:0, bei 4:2 musste er noch zwei Breakbälle abwehren, ehe er sicher zum 6:3 ausservierte. Auch im dritten Durchgang gelang dem vierfachen Major-Finalisten aus Lichtenwörth ein frühes Break, diesmal gleich im Auftaktgame. Beim Stand von 3:1 holte sich Thiem den Aufschlag Karazews neuerlich und stellte endgültig die Weichen zum sicheren Sieg.

Thiem ist in Doha erstmals seit den ATP Finals im vergangenen November wieder mit Coach Nicolas Massu vor Ort. Der Chilene hatte zu Saisonbeginn wegen einer Corona-Erkrankung bei den Australian Open gefehlt. Thiem ist darüber sehr froh. „Ja sicher, es war doch eine lange Zeit seit London. Natürlich ist es schön, vor allem habe ich ja unglaubliche Erfolge mit ihm gehabt 2019 und 2020 und das gibt einem einfach ein gutes Gefühl und auch ein bisserl Sicherheit, wenn er wieder draußen sitzt.“ (APA)

Federer siegte in drei Sätzen beim Comeback

Der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger Roger Federer hat sich am Mittwoch mit einem knappen Sieg erfolgreich auf der Tennis-Tour zurückgemeldet. Sein erstes Match seit fast 400 Tagen gewann der mittlerweile 39-jährige Schweizer bei seinem mit großer Spannung erwarteten Comeback in Doha nach 2:24 Stunden mit 7:6(8),3:6,7:5 gegen den Briten Daniel Evans.

"Es fühlt sich gut an, wieder zurück zu sein. Ich bin froh, hierzustehen, egal, ob ich gewinne oder verloren hätte, aber natürlich fühlt sich gewinnen besser an", meinte Federer noch auf dem Court. "Ich habe ein wirklich gutes Match gespielt und bin unglaublich glücklich über meine Performance", sagte der Eidgenosse, der am 8. August 40 Jahre alt wird. Ausgerechnet gegen seinen Trainingspartner in den vergangenen zwei Wochen (Federer: "Wir haben über 20 Sätze gespielt") hatte er antreten müssen und es entwickelte sich ein sehenswertes Match.

Trotz mangelnder Spielpraxis zog die langjährige Nummer eins der Welt ins Viertelfinale ein und trifft dort auf den Georgier Nikolos Basilaschwili. In der ersten Runde hatte der 39-Jährige, der sich im vergangenen Jahr zweimal am Knie operieren ließ, ein Freilos.


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