Ein Meter Neuschnee bis Mittwoch: Lawinenwarnstufe 4 in Teilen Tirols

Nach den teilweise frühlingshaften Wetterverhältnissen bis Samstag schaut der Winter nun noch einmal in Tirol vorbei – und gedenkt wohl eine Weile zu bleiben. Mit ordentlich Neuschnee ist zu rechnen. Die Lawinensituation ist kritisch. Die Stadt warnt vor Touren auf die Nordkette.

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Wegen anhaltend starker Schneefälle und stürmischem Wind hat der Tiroler Lawinenwarndienst für einige Gebiete ab Dienstag große Lawinengefahr, also Stufe 4 der fünfteiligen Skala, ausgegeben.
© EXPA/JOHANN GRODER

Innsbruck – Nach einer milden ersten Märzhälfte schlägt der Winter nun noch einmal ordentlich zu: Im Bergland ist bis Mitte der Woche mit großen Neuschneemengen zu rechnen. Bereits am Montag hat es in Teilen Tirols kräftig geschneit ‒ vor allem im Oberland, Außerfern und Osttirol.

Das Land warnte am Montag noch einmal vor einer kritischen Lawinensituation. Bis Mittwoch wird laut der Niederschlagsprognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Teilen West-, Nord- und Osttirols bis zu einem Meter Neuschnee vorhergesagt ‒ punktuell kann es auch noch mehr sein.

Deshalb gibt der Lawinenwarndienst des Landes Tirol für diese Gebiete ab Dienstag die Gefahrenstufe Vier aus.

Schnee und stürmsicher Wind

„Für Wintersportlerinnen und Wintersportler herrscht wegen der anhaltenden Schneefälle und des stürmischen Winds in der Silvretta, Arlberg, Lechtaler Alpen, Karwendel und der Venedigergruppe oberhalb der Waldgrenze eine kritische Lawinensituation, für die wir die Lawinengefahrenstufe Vier ausgeben“, erklärte Norbert Lanzanasto vom Lawinenwarndienst Tirol.

Die Hauptgefahr gehe dabei von Triebschneeansammlungen aus. In den betroffenen Gebieten ist bei Skitouren und Variantenfahrten laut den Experten große Zurückhaltung und Vorsicht in allen Steilhängen oberhalb der Waldgrenze geboten.

Stadt warnt vor Touren auf die Norkette

Auch auf der Innsbrucker Nordkette ist die Lawinengefahr derzeit stark erhöht. Die Lawinenkommission veranlasste als Vorsichtsmaßnahme die Sperre des Kollnerwegs (Höttinger Bild bis Gramartborden) sowie der Zufahrt zur Arzler Alm.

Bürgermeister Anzengruber (r.) warnt vor gefährlichen Touren auf die Nordkette.
© Rene Wex, VP Tirol

„Auch wenn der Schnee ins Gelände lockt, ist unbedingt Vorsicht geboten“, betont Vizebürgermeister Johannes Anzengruber. „In vielen alpinen Gebieten Westösterreichs sind Lawinenabgänge nicht auszuschließen. Ich appelliere daher an die Vernunft der Bevölkerung, die Gefahr nicht zu unterschätzen und die Sperren einzuhalten.“

Wie lange die Wege gesperrt bleiben, ist noch nicht bekannt. Unter www.innsbruck.gv.at werden Informationen zu aktuellen Lawinensperren laufend aktualisiert. (TT.com)


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