Corona-Ampel: Kommission denkt an lokale Restriktionen

Bei „weiterhin unkontrollierter Verbreitung“ tritt die Kommission für Restriktionen ein – gegebenenfalls auch auf regionaler Ebene. Was die Ampelfarben angeht, bleibt alles beim Alten.

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Wien – Die Ampel-Kommission tritt für weitere Restriktionen ein, wenn sich die Zahl der Corona-Infektionen weiter „unkontrolliert“ erhöht. Allerdings wird in einer Stellungnahme nach der wöchentlichen Sitzung auch auf die Option regionaler Maßnahmen hingewiesen. Zudem will man die Akzeptanz in der Bevölkerung gewahrt sehen. Was die Ampelfarben angeht, bleibt alles beim Alten. Vorarlberg ist orange, der Rest des Landes rot.

Offene Bildungseinrichtungen „oberste Priorität“

Dass zuletzt etliche Cluster in Kindergärten und Schulen aufgetreten sind und das Durchschnittsalter der Infizierten immer jünger wird, ficht die Kommission offenkundig nicht sonderlich an. Denn explizit wird festgehalten, dass dem Offenhalten von Bildungseinrichtungen „oberste Priorität“ eingeräumt werden sollte.

Zudem sei darauf Rücksicht zu nehmen, dass die „erforderliche Akzeptanz“ der Bevölkerung gewährleistet werden soll, um die notwendigen Rückgänge des Fallgeschehens erreichen zu können. Dies soll gelingen, indem einerseits die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen sichergestellt wird und andererseits auch die Kontrolle bzw. der Vollzug flächendeckend erfolgt.

Lockerungsschritte sollten überprüft werden, wenn die Zahlen steigen. Bei „weiterhin unkontrollierter Verbreitung“ seien diese auch gegebenenfalls regional auf Ebene einzelner Bundesländer oder Bezirke zurückzunehmen.

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Damit äußert sich die Kommission angesichts der jüngeren Entwicklung eher defensiv. Denn nur mehr in sechs von 96 Bezirken bzw. Regionen liegt die Fallinzidenz noch unter 100 auf 100.000 Einwohner. Dies gilt als Grenze zwischen den Ampelfarben Rot und Orange, wobei auch letztere Farbe immer noch ein „hohes Risiko“ darstellt.

Vorarlberg mit niedrigster Inzidenz, Tirol testet am meisten

Immerhin hat Vorarlberg, das gerade als Testregion für Lockerungen fungiert, gegen den österreichweiten Trend rückläufige Infektionszahlen. Mit einer Inzidenz von 69,2 auf 100.000 Einwohner weist das „Ländle“ klar den besten Wert in der vergangenen Woche auf. Kein anderes Bundesland liegt unter 100. Den höchsten Wert hat Salzburg mit 283,7. Bei der risikoadjustierten Sieben-Tages-Bilanz, die auch andere Faktoren wie Alter der Erkrankten einbezieht, liegt Salzburg sogar bei 362,9. Vorarlberg hat hier mit 67,4 ein Alleinstellungsmerkmal, das zweit „beste“ Bundesland Tirol hat nämlich schon einen Wert von 182,6.

Auch was die Abklärung der Fälle angeht, ist Vorarlberg mit 65 Prozent gut dabei. Eine bessere Bilanz weist nur Wien mit 72 Prozent auf. Dort wurde allerdings in der Vorwoche entgegen den Erfahrungen der vergangenen Wochen am wenigsten getestet. Den Spitzenwert hat Tirol, wo auf die Bevölkerungszahl bezogen mehr als doppelt so viele Tests vorgenommen wurden als in Wien.

Signifikant gestiegen ist in der Bundeshauptstadt die Positivrate bei den Tests. Bei 1,8 Prozent der Antigen- und PCR-Tests wurde eine Infektion festgestellt. In der Woche davor waren es nur 1,3 Prozent.

Der Bezirk mit den geringsten Fallzahlen war vergangene Woche Reutte im Tiroler Außerfern mit einer Inzidenz von 30,5. Am Stärksten belastet war Wiener Neustadt-Stadt mit 501,9.

Varianten im Burgenland bald bei 100 Prozent

Der Osten des Landes leidet derzeit besonders unter den neuen Varianten, die im Burgenland schon fast alle Fälle ausmachen. Konkret wurden dort mehr als 94 Prozent der Neuinfektionen auf eine der wohl gefährlicheren und vor allem infektiöseren Varianten (britische, südafrikanische, brasilianische) zurückgeführt. Auch Kärnten und Wien haben hier Prozentanteile von über 80 Prozent. Auf der anderen Seite sind die neuen Varianten in Vorarlberg (knapp 33 Prozent) und Tirol (gut 45 Prozent) noch unterrepräsentiert. Österreichweit betrug der Anteil rund 75 Prozent. (APA)


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