In Innsbruck von Baum getroffen: Zustand von Frau (46) weiter kritisch

Mit ihrem Sohn war die 46-jährige Frau in Innsbruck gestern auf dem Weg zur Schule, als eine 17 Meter hohe Robinie auf sie stürzte. Als mögliche Ursache gilt Pilzbefall, die Staatsanwaltschaft beauftragte einen Gutachter.

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Feuerwehr, IVB-Mitarbeiter und Angestellte des Innsbrucker Amtes für Grünanlagen waren Stunden mit den Aufräumarbeiten befasst.
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Innsbruck – Montagmorgen, 7.40 Uhr, in der Landeshauptstadt schneit es. Eine 46-Jährige begleitet ihren sieben Jahre alten Sohn zur Schule, ihre Route führt durch die Ingenieur-Etzel-Straße. An der Kreuzung mit dem Klara-Pölt-Weg passiert das Unglück: Eine 17 Meter hohe Robinie stürzt um. Der Baum trifft die Frau. Sie wird schwer am Kopf verletzt, kurze Zeit später an der Innsbrucker Klinik operiert. Dort liegt sie seitdem auf der Intensivstation, schwebt nach wie vor in Lebensgefahr. Der Bub zieht sich, wie durch ein Wunder, lediglich leichte Abschürfungen zu. Er erleidet einen Schock.

Seine Mutter befand sich am Dienstag weiter in äußerst kritischem Zustand, sagte Klinik-Sprecher Johannes Schwamberger auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung Online am späten Vormittag. Die Frau wurde in ein künstliches Koma versetzt.

Pilzbefall als möglicher Auslöser

Wieso der mehrere Tonnen schwere Baum umstürzte, war gestern Gegenstand von Ermittlungen. Auf Anordnung der Innsbrucker Staatsanwaltschaft war ein gerichtlich beeideter Sachverständiger vor Ort. Der Leiter des Amtes für Grünanlagen, Thomas Klingler, erklärt am späten Nachmittag, die Ursache könnte unterirdisch gelegen sein. Es habe sich gezeigt, „dass einige Wurzeln verletzt waren. Ausgelöst durch Pilzbefall. Das war so aber nicht zu erkennen.“

📽️ Video | Baum stürzte in Innsbruck um: 46-jährige Frau lebensgefährlich verletzt

Klingler nennt den Vorfall ungewöhnlich, besonders die Tatsache, dass der Baum „so plötzlich umgekippt ist. Für gewöhnlich passiert das nicht so. Ich bin seit 30 Jahren im Amt für Grünanlagen beschäftigt, im Kataster haben wir etwa 14.000 Bäume im Stadtgebiet erfasst, die wir betreuen. In meiner Zeit ist mir nur ein Ereignis bekannt, wo etwas Ähnliches geschehen ist.“

Georg Willi, Bürgermeister der Landeshauptstadt, sprach von einem „bedauerlichen Unfall“, der alle Verantwortlichen „tief getroffen hat“. Er wolle alles daran setzen, „eine vollständige und detaillierte Aufklärung zu erhalten“.

Die Oberleitung der Straßenbahn in der Ingenieur-Etzel-Straße wurde vom umfallenden Baum erfasst, ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
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Die umfallende Robinie verletzte nicht nur die 46-Jährige lebensgefährlich, sondern beschädigte auch ein Auto. Außerdem riss sie die Oberleitung der Straßenbahn ab. Das Kabel habe „nur einen halben Meter über der Straße gehangen“, berichtet Christoph Grubhofer, Bereitschaftsoffizier der Innsbrucker Berufsfeuerwehr. „Damit die Stromleitung nicht zurückschnellt, mussten wir sie mit zwei Kranfahrzeugen sichern. Erst dann konnten wir gemeinsam mit Mitarbeitern der Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Angestellten des Amtes für Grünanlagen beginnen, den Baum zu zerschneiden.“ Das Aufräumen dauerte vier Stunden, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Erst um 12 Uhr Montagmittag wurde die Straße wieder freigegeben. (TT.com, bfk)


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