Richtlinien in Großbritannien geben Verbrechensopfern mehr Rechte

Verbrechensopfern soll unter anderem eine Kontaktperson bei der Polizei zugeordnet werden, die sie bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützt.

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London – Polizei und Justiz müssen in England und Wales bei Ermittlungsverfahren und Prozessen künftig mehr Rücksicht auf die Opfer von Verbrechen nehmen. Ein Rechtekatalog, der am Donnerstag in Kraft getreten ist, sieht unter anderem vor, dass Opfer von sexueller und häuslicher Gewalt aussuchen können, ob sie bei der Anzeige einer Straftat von einem Polizisten oder einer Polizistin befragt werden.

Insgesamt sind in dem Katalog zwölf Rechte festgelegt. Unter anderem soll Verbrechensopfern eine Kontaktperson bei der Polizei zugeordnet werden, die sie bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützt. Um schutzbedürftigen Menschen den Stress einer öffentlichen Aussage vor Publikum und ein Kreuzverhör zu ersparen, sollen Opferaussagen vor Gericht künftig im Voraus auf Video aufgezeichnet werden können. Opfer erhalten zudem das Recht, über eine bevorstehende Entlassung oder im Falle eines Täters mit nicht-britischer Staatsbürgerschaft über eine Abschiebung informiert zu werden.

"Nach 25 Jahren Arbeit als Anwalt für Strafrecht weiß ich, wie einschüchternd das Justizsystem für Opfer sein kann. Deswegen sind die Informationen und die Unterstützung, die sie erhalten, so wichtig", sagte der britische Justizminister Robert Buckland einer Mitteilung zufolge. Der Rechtekatalog solle auch Eingang in den Entwurf eines Gesetzes über die Rechte von Opfern finden, so der Minister. (APA/dpa)


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