Weltgesundheitstag: Sieben Millionen Ostafrikaner von Hunger bedroht

Äthiopien, Somalia, Südsudan, Sudan, Kenia und Uganda – sieben Millionen Menschen leiden alleine in diesen sechs Ländern unter Nahrungsknappheit. Tausende Kinder könnten sterben, warnt die Hilfsorganisation "World Vision".

Die Nahrungsknappheit könnte vor allem bei Kindern katastrophale Folgen haben.
© MOHAMED ABDIWAHAB

Wien – Mehr als sieben Millionen Menschen in sechs Ländern Ostafrikas sind aufgrund von Nahrungsmittelknappheit von Hunger bedroht. Wenn die internationale Gemeinschaft jetzt nicht handelt, könnten Tausende Kinder unter langfristigen gesundheitlichen Folgen leiden oder sterben, warnte World Vision am Dienstag anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April. Die Organisation rief einen länderübergreifenden Nothilfeeinsatz für Äthiopien, Somalia, Südsudan, Sudan, Kenia und Uganda aus.

World Vision will so etwa 2,4 Millionen Menschen erreichen, darunter 490.000 Kinder. Schätzungsweise leiden mehr als 108.000 Menschen in Ostafrika unter katastrophalen Ernährungszuständen, hieß es in einer Aussendung. Zusätzlich seien fast sieben Millionen Menschen nur einen kleinen Schritt von einer Hungersnot entfernt. Bis zu 26 Millionen weiteren könnten in die gleiche Situation kommen, wenn nicht sofort entsprechende Maßnahmen gesetzt werden.

"Hungerkrise in Ostafrika darf nicht vergessen werden."

"Wir bündeln unsere Ressourcen und unterstützen Menschen in besonders betroffenen Regionen in ganz Ostafrika, um die katastrophalen Auswirkungen von Hunger und Verlust der Lebensgrundlagen, insbesondere für Kinder, abzufangen", berichtete Joseph Kamara, Regionaldirektor für Humanitäre Hilfe bei World Vision Ostafrika. "Die ganze Welt befindet sich derzeit in einem Ausnahmezustand und es herrschen multiple Krisen weltweit. Die Hungerkrise in Ostafrika darf dennoch nicht vergessen werden", appellierte Kamara.

Ostafrika leidet seit Ende 2019 unter einer massiven Heuschrecken-Plage, was zu einem Verlust von Weideland und Ernten führt. In der zweiten Jahreshälfte 2020 zerstörten zudem großflächige Überschwemmungen die Ernten von mehr als vier Millionen Menschen in der Region. Darüber hinaus herrschen langwierige Krisen und instabile politische Situationen in mehreren Ländern der Region. (APA)

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