„Operation Forth Bridge“: Was nach dem Tod von Prinz Philip geschieht

Der Ablauf zwischen Tod und Beerdigung von Prinz Philip folgt einem längst vorbereiteten Protokoll. Der Code für den Tod der Queen ist ebenfalls seit Jahren bekannt: „Operation London Bridge“.

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5. April 2002: Prozession nach dem Tod der Queen Mother.
© REBECCA NADEN

London – Auf den Tod von Prinz Philip folgt die "Operation Forth Bridge". Der Code-Begriff – nach der gleichnamigen Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth nahe der schottischen Hauptstadt Edinburgh – bezeichnet den bereits abgesprochenen Ablauf bis zur Beerdigung des Ehemanns von Königin Elizabeth II. – lange vorbereitet, tritt der Plan nun in Kraft. Der Code für den Tod der Queen ist ebenfalls seit Jahren bekannt: "Operation London Bridge".

Prinz Philip starb am Freitag im Alter von 99 Jahren.
© Michael Kappeler

Bis zur Beerdigung des Herzogs von Edinburgh gilt demnach eine landesweite Trauerzeit. Die Queen und andere Royals werden keine Termine wahrnehmen – das bedeutet, dass die Königin als Staatsoberhaupt in dieser Zeit keine Gesetze mit ihrer Unterschrift in Kraft setzen kann.

Im Parlament in London wird der königliche Zeremonienstab in schwarzes Tuch geschlagen, die Abgeordneten tragen schwarze Bänder am linken Arm und männliche Parlamentarier eine schwarze Krawatte. Auch die Königsfamilie wird in der gesamten Zeit nur in Trauerkleidung erscheinen und Armbinden tragen. Flaggen wehen auf halbmast.

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Als Prinzgemahl steht dem Herzog von Edinburgh ein Staatsbegräbnis zu. Allerdings soll der Prinz gesagt haben, er wünsche kein Aufheben. Erwartet wird daher eine eher privatere Zeremonie, militärisch angehaucht, in der St George's Chapel im Schloss Windsor, wo Philip seit Beginn der Pandemie mit der Queen residierte. Beerdigt wird er dann wohl in Frogmore Gardens, wo sich auch das Grab von Queen Victoria befindet.

Begräbnis wegen Corona-Pandemie wohl kleiner als sonst

Wohl auch wegen der Corona-Pandemie und der geltenden Regeln im Vereinigten Königreich fällt das Begräbnis aber vermutlich ohnhin kleiner aus als in normalen Zeiten. Fraglich ist auch, ob ausländische Ehrengäste überhaupt zur Zeremonie kommen können. Für die Einreise nach Großbritannien sind nämlich strenge Regeln in Kraft: Ankommende müssen sich für zehn Tage in Selbstisolation begeben. Wer aus einem als Hochrisikogebiet ausgewiesenen Land kommt, etwa aus Südafrika oder Südamerika, muss sogar in Hotel-Quarantäne. Die Regel gilt auch für Journalisten, die über die Trauerfeierlichkeiten berichten wollen. (APA/dpa)


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