Der Winter schlägt zurück: Ab Montag erneut Kälte und Schnee in Tirol

Diesen April liefern sich Frühling und Winter einen regelrechten Schlagabtausch. Nach einem milden Wochenende behält ab Montag wieder Väterchen Frost die Oberhand. Zumindest bis Mittwoch bleibt es kalt, zudem fällt immer wieder Regen und Schnee.

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Erneut wird – wie schon in der Vorwoche – so manche Blüte vom Schnee zugedeckt werden.
© Ingrid Madersbacher

Innsbruck – Schlechte Nachrichten für Freunde des Frühlings und Sonnenhungrige: Eine Kaltfront bringt zum Wochenstart erneut den Winter nach Tirol zurück, Schnee in tiefen Lagen und ein Temperatursturz sind unvermeidlich.

Am Montag zieht nach dem Zusammenbrechen des Föhns bereits in den frühen Morgenstunden eine markante Kaltfront von Westen her auf. In Verbindung mit einem Tief über Oberitalien gibt es dann am Vormittag in ganz Tirol verbreitet Regen und Schneefall. Die Schneefallgrenze sinkt bis zum Abend von Nordwesten auf 500 bis 1000 Meter. Am Hauptkamm und am Brenner sowie im Wipptal kann es zeitweise auch kräftig schneien. In Osttirol ist es ganztags trüb und nass mit mäßigem Regen. Mit der Kaltfront frischt mäßiger bis lebhafter Westwind auf. Die Temperaturen kommen nach frostigem Tagesstart über maximal zehn Grad am Nachmittag nicht hinaus.

Schnee auch am Dienstag

Die Kaltfront und das Tief über der Adria prägen auch den Dienstag. Verbreitet bedecken dichte Wolken den Himmel und es regnet oder schneit immer wieder. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 300 und 600 Meter. Der Niederschlagsschwerpunkt verlagert sich dabei tagsüber in den Osten Österreichs, während sich das Wetter im Westen abseits des Hauptkammes langsam beruhigt. Der Wind weht mäßig bis lebhaft, entlang der Tauern und am Alpenostrand stark bis stürmisch aus Nordwest bis Nord. Die Frühtemperaturen steigen von minus eins gerade einmal bis maximal vier Grad plus, an Tageshöchsttemperaturen sind eins bis acht Grad drinnen.

Mittwoch unbeständig und weiter kalt

Mit nordwestlicher Höhenströmung und unter der Zufuhr kühler Luftmassen verläuft der Mittwoch unbeständig. Sonne und Wolken wechseln, Schneeregen- und Schneeschauer sind einzukalkulieren, die von Norden her Richtung Alpen ziehen. In Tirol geht die Schauerneigung zurück, länger sonnig bleibt es aus jetziger Sicht in Osttirol. Wer in der Früh raus muss, sollte sich warm anziehen oder bei minus fünf bis null Grad frieren. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen vier bis höchstens zehn Grad.

🌳 Obstbäume vs. Spätfrost 🧊

Beim Kampf zwischen Spätfrost und Obstbäumen gehen zweitere mit einem leichten Handicap ins Rennen. Aber: Nicht nur der Frost alleine entscheidet, ob Pflanzen geschädigt werden oder nicht. Und Obstbauern müssen ihre Bäume auch nicht komplett auf sich allein gestellt dem launischen Wetter überlassen.

❄️ Frost nicht ungewöhnlich im April – mit einem ABER:

  • Normalerweise gibt es jedes Jahr zumindest eine Frostnacht im April.
  • Selten häufen sich diese Tage so, wie wir es jetzt erleben. Laut ZAMG kommt ein April, in dem es mindestens drei Tage Frost mit Temperaturen bei minus 2 Grad gibt, beispielsweise in Jenbach nur alle zehn Jahre vor.
  • In den letzten Jahren kamen diese Spätfrostereignisse gehäuft vor, nämlich in den Jahren 2016, 2017, 2020 und 2021. Einen Zusammenhang mit dem Klimawandel gibt es laut ZAMG nicht.

🌡️ Frühe Warmphasen und plötzliche Kälteeinbrüche – ein ungünstiger Mix

  • Längere Warmphasen im Februar oder März können dazu führen, dass die Blüten der Bäume früher heranreifen.
  • Hier hat der Klimawandel seine Finger im Spiel: Marille, Apfel und Kirsche blühen durchschnittlich zehn Tage früher als noch vor 30 Jahren.
  • Dieses Jahr haben sich die Wärmephasen Anfang des Jahres in Grenzen gehalten. Die Blüten sind noch nicht so frostempfindlich wie sie das beispielsweise 2020 oder 2017 waren.

👊 Obstbauern können beim Kampf gegen den Frost in den Ring steigen

  • Bei Frostfeuern geht es weniger um die Wärme, sondern vielmehr um den entstehenden Rauch. Dieser soll sich schützend um die Blüten legen. So viel zur Theorie. In der Praxis ist es oftmals schwer, den Rauch soweit zu kontrollieren, dass die Pflanzen geschützt sind.
  • Frostschutzberegnung ist die wirksamste Methode gegen Frost. Ausgesprühtes Wasser legt sich dabei als dünne, schützende Eisschicht über die Blüten und hält die Temperaturen konstant bei 0 Grad. Auch hier unterscheiden sich Theorie und Praxis. Denn das Verfahren ist teuer und kommt nicht flächendeckend zur Anwendung.

Ab Donnerstag trocken, aber sehr frisch

Am Donnerstag wird es ganz im Westen freundlicher und trocken, die Sonne scheint länger. Auch im Süden überwiegt ruhiges, störungsfreies und sonniges Wetter. Die Frühtemperaturen sind anhaltend winterlich – minus sechs bis plus drei Grad prophezeit die ZAMG. Untertags klettert das Thermometer auf vier bis 13 Grad.

Der Freitag wird dann in Tirol sonnig und trocken. Die Temperaturen steigen aber nur leicht: Frühaufsteher frösteln zwischen minus fünf und vier Grad, bei Tageshöchsttemperaturen zwischen fünf und zwölf Grad kann die Sommergarderobe vorerst im Schrank bleiben. (TT.com, APA)


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