Europol: Organisiertes Verbrechen breitet sich in EU weiter aus

Eine Analyse von Europol hat ergeben, dass die Corona-Pandemie mit ihren wirtschaftlichen sowie sozialen Folgen „ideale Bedingungen" für organisierte Verbrechen schaffen könnte. Die Banden seien zudem äußerst professionell strukturiert und stark mit der legalen Welt vernetzt.

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Organisierte Banden agieren äußerst professionell – nach außen und nach innen.
© HELMUT FOHRINGER

London – Das organisierte Verbrechen breitet sich laut Europol in allen Bereichen der Europäischen Union aus. Noch nie sei die Bedrohung so groß gewesen, warnte die europäische Polizeibehörde am Montag in einer in Lissabon vorgelegten Analyse. Die Gefahr sei groß, dass Kriminelle die Corona-Pandemie und die wirtschaftlichen und sozialen Folgen ausnutzen würden. Dies könnten "ideale Bedingungen" für Verbrecher sein, um Bürger, Unternehmen und öffentliche Instanzen ins Visier zu nehmen.

Auf der Grundlage von tausenden von Fällen und Daten von Ermittlern und Sicherheitsdiensten aus der EU erstellten die Europol-Experten die umfassende Analyse. 70 Prozent der Banden und Netzwerke seien in mindestens drei EU-Staaten aktiv, heißt es in dem Bericht. Gut 40 Prozent der Banden sind demnach aktiv im Drogenhandel, das weitaus größte kriminelle Geschäft in der EU.

Deutlich wird nach der Analyse, wie professionell die Banden organisiert sind und wie sehr die Unterwelt mit der legalen Welt verwoben ist. Sie seien wie Wirtschaftsunternehmen organisiert, mit verschiedenen Management-Ebenen. Mehr als 80 Prozent der Netzwerke nutzten demnach legale Geschäftsstrukturen. Mehr als 60 Prozent der Banden nutzten auch Korruption als Mittel. Die Geldwäsche sei professionell organisiert und ein paralleles Finanzsystem der Unterwelt errichtet worden. Banden würden alle Möglichkeiten nutzen, um europäische Volkswirtschaften zu unterlaufen. (APA/dpa)

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