Marderhund und Waschbär könnten sich noch weiter in Europa ausbreiten

In einer Studie ermittelte das Forscher-Team Gebiete in Europa, in denen ein ähnliches Klima wie in den Heimatregionen der Tiere herrscht und die deshalb von ihnen noch besiedelt werden könnten.

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Ein Waschbär klettert über ein Dach in Berlin.
© dpa/Pedersen

Frankfurt/Main – Der aus Asien stammende Marderhund ist längst in Europa heimisch: Europaweit kommt er in 33 Ländern vor, wie Wissenschaftler der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung berichten. In einer im Fachjournal Mammal Review veröffentlichten Studie gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich der Marderhund ebenso wie der aus Nordamerika stammende Waschbär künftig noch weiter in Europa ausbreiten könnte. Waschbären kommen den Angaben zufolge mittlerweile in 20 europäischen Ländern vor.

In der Studie ermittelte das Team Gebiete in Europa, in denen ein ähnliches Klima wie in den Heimatregionen der Tiere herrscht und die deshalb von ihnen noch besiedelt werden könnten. „Die Tiere leben in Europa noch nicht überall dort, wo für sie klimatische geeignete Lebensbedingungen herrschen und sie also theoretisch leben könnten“, sagte Judith Kochmann vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum. „Es ist daher wahrscheinlich, dass das Verbreitungsgebiet von Waschbär und Marderhund in Europa vermutlich noch beträchtlich größer wird.“

Waschbären und Marderhund sind beim Futter flexibel und haben in Europa kaum natürliche Feinde. Während der Marderhund sich eher gen Skandinavien und Osten ausbreiten könnte, sei zu erwarten, dass Waschbären stärker südlichere Regionen besiedeln werden. Eine der damit verbundenen Gefahren ist die Rolle der Tiere als Träger von Krankheitserregern und Parasiten, die teilweise auch auf den Menschen übertragen werden können. „Waschbären übertragen den Waschbär-Spulwurm und gelten als Reservoirwirte für das West-Nil-Virus. Marderhunde beherbergen ähnliche Erreger, darunter Lyssaviren, die Tollwut verursachen, canine Staupeviren sowie den Fuchsbandwurm“, erklärte der Parasitologe Sven Klimpel. (dpa)


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