Hütter hat keine Ausstiegsklausel in seinem Drei-Jahres-Vertrag bei Gladbach

Das bestätigte Gladbachs Sportchef Max Eberl, der seinen bisherigen Trainer Marco Rose wegen einer Ausstiegsklausel an Borussia Dortmund verliert und dafür Hütter dank einer Ausstiegsklausel vom nächsten Gegner Eintracht Frankfurt loseiste.

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Adi Hütter (r.) folgt in Gladbach auf Marco Rose.
© Jan Huebner via www.imago-images.de

Mönchengladbach - Fußballtrainer Adi Hütter hat bei seinem künftigen Verein Borussia Mönchengladbach keine Ausstiegsklausel in seinem Drei-Jahres-Vertrag verankert. Das bestätigte Gladbachs Sportchef Max Eberl, der seinen bisherigen Trainer Marco Rose wegen einer Ausstiegsklausel an Borussia Dortmund verliert und dafür Hütter dank einer Ausstiegsklausel vom nächsten Gegner Eintracht Frankfurt loseiste.

"Ich bin schon jemand, der sagt: Ausstiegsklauseln bedeuten Klarheit. Aber natürlich bin ich froh, wenn meine Mitarbeiter keine Klausel haben und wenn sich ein Trainer so klar committed wie Adi", sagte Eberl am Donnerstag.

"Froh, dass die Nachricht jetzt raus ist"

Die entstandene Moral-Diskussion hält Eberl nicht für angebracht. "Man sollte vorsichtig sein mit Verurteilungen und Anschuldigungen. Wir verstehen die Fans und die Enttäuschung, aber man kann sachlich darüber diskutieren. Bei Spielern regt sich keiner auf, wenn sie eine Klausel haben oder ihre Zukunft lange offen lassen", betonte der 47-Jährige. "Bei uns hat niemand lamentiert, als Marco von seiner Klausel Gebrauch gemacht hat. Nun haben wir davon partizipiert."

Grundsätzlich sei er froh, "dass die Nachricht jetzt raus ist. Es werden noch einige Vereine Trainer suchen, deshalb bin ich froh, dass ich aus dem Karussell aussteigen konnte", sagte Eberl. Nachdem letzte Details zu Wochenbeginn geklärt worden war, sei es der Wunsch "aller Beteiligten" gewesen, die Nachricht nicht bis nach dem Duell am Samstag (15.30 Uhr/live Sky) zurückzuhalten. "Wir wollten nicht rumeiern, wir wollten Fakten schaffen", sagte Eberl.

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Rose beteuerte, dass das Duell mit seinem Nachfolger für ihn "nix Außergewöhnliches" sei. "In der Gesamt-Konstellation macht es das für Leute außenrum und für die Medien spektakulärer", sagte der Sachse, der wie der Vorarlberger Hütter als Trainer von Red Bull Salzburg das Double gewonnen hatte. "Aber wir bereiten uns ganz normal auf ein Spiel vor."

Kein Interessenskonflikt bei direkten Duell

Hütter sieht im Duell mit seinem künftigen Gegner überhaupt keinen Interessenskonflikt. "Ich werde alles für den Verein geben, ab Sommer beschäftige ich mich mit Gladbach", versicherte der 51-Jährige am Donnerstag. "Das Wichtigste ist, dass ich mit der Mannschaft etwas Historisches erreichen kann. Dann kann ich Frankfurt leichten Herzens verlassen."

Mit dem möglichen vierten Sieg in Serie würden die Hessen die Chance der Borussia auf einen Europacup-Platz erheblich minimieren - und die eigene auf den Einzug in die Champions League verbessern. "Wir wollen das Duell für uns entscheiden", bekräftigte Hütter.

Sein Wechsel nach Mönchengladbach war erst am Dienstag offiziell bestätigt worden. "Es ist nicht der ideale Zeitpunkt gewesen", sagte der ehemalige ÖFB-Teamspieler. "Es ist aber auch Klarheit geschaffen worden, und man muss Fragen nicht mehr ausweichen." Über die Gründe für seinen Weggang und nach seiner "Ich bleibe"-Aussage wollte er im Detail nichts sagen. "Wenn sich vieles verändert, habe ich ein Recht, eine andere Entscheidung zu treffen", betonte Hütter.

Nach einer längeren Verletzungspause kann er voraussichtlich wieder auf Abwehrchef Martin Hinteregger setzen. "Er ist wieder im Training, und ich werde mich mit ihm noch unterhalten", sagte der Coach. (APA/dpa)


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