„Freizeit Magazin Royale": Jan Böhmermann gelingt Coup am Kiosk

In seiner TV-Show „ZDF Magazin Royale" hatte es Jan Böhmermann bereits angekündigt – nun hat er es wahr gemacht. Im Zeitschriftenhandel liegt aktuell sein „Freizeit Magazin Royale" aus, mit dem er mit der Regenbogenpresse abrechnet. Die Reaktionen der Angeschwärzten ließen nicht lange auf sich warten.

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Schlägt der Boulevardpresse ein Schnippchen: Jan Böhmermann.
© dpa/ZDF

Berlin – Jan Böhmermann hat es bei einer Satire-Aktion mit einem zum Verwechseln ähnlich aussehenden Magazin in die Kioskregale unter die Illustrierten zu Promis, Adel und Showbusiness geschafft. Am Wochenende lag die Sonderausgabe vielerorts im Supermarkt und im Kiosk aus, das Heft war von seiner Aufmachung her auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden von den Unterhaltungs-Zeitschriften.

Das „Freizeit Magazin Royale" dreht sich allerdings nicht um die üblichen Stars und Sternchen, sondern um Verlegerinnen und Verleger großer Medienhäuser, die hinter den umgangssprachlich auch als Regenbogenpresse bezeichneten Blättern stehen. Böhmermann will mit der Parodie – „Deutschlands einzig wahrem Klatsch-Magazin" – samt offensichtlich falschen Gerüchten und überspitzten Falschnachrichten in knalligen Überschriften Arbeitsweisen in der Branche kritisieren.

📽️ Video | ZDF Magazin Royale: Das Geschäft mit der Klatschpresse

„Komödianten genießen Narrenfreiheit"

Die Verlagshäuser reagierten auf die Aktion teils gelassen. Ein Sprecher von Hubert Burda Media teilte mit: „Komödianten genießen Narrenfreiheit. Die Geschichten eines Komödianten werden wir nicht kommentieren."

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Die Bauer Media Group erklärte: „Satire finden wir richtig und wichtig. Und als Publisher Nummer 1 werten wir es als ein positives Zeichen, wenn Verlage neue Zeitschriften auf den Markt bringen und kreative Magazin-Konzepte möglichst viele Menschen erreichen." Das Unternehmen betonte zugleich: „Allerdings finden wir es besorgniserregend, dass das ZDF offensichtlich die rechtlichen Grenzen seines Rundfunkauftrags verlassen hat, indem es mit Rundfunkgebühren eine neue Print-Zeitschrift publiziert."

Böhmermann hatte in seiner TV-Satireshow „ZDF Magazin Royale" die Aktion angekündigt. Er flankierte sie am Wochenende weiter über die Sozialen Medien, auch über den Twitter-Account der TV-Show.

Preisexplosion bei Ebay

Vom ZDF hieß es: „Anlässlich der neuesten Ausgabe des ,ZDF Magazin Royale' zum Thema Boulevardjournalismus gibt es eine begleitende Printpublikation. Gemäß Medienstaatsvertrag erfolgt die Herausgabe der auf eine Ausgabe beschränkten Begleitpublikation unter redaktioneller Verantwortung und im Auftrag des ZDF durch die Unterhaltungsfernsehen Ehrenfeld UE GmbH in Köln." Die Firma produziert auch das TV-Format.

Auf Twitter kursieren unterdessen Fotos, die das Magazins im Kioskregal oder im Einkaufswagen zeigen. Einige Nutzer schreiben jedoch auch, sie seien auf der Suche nach dem Heft nicht fündig geworden. Böhmermanns Team richtete auch einen Online-Shop ein. Bei Ebay wurde das ursprünglich für 99 Cent angebotene Magazin bereits für ein Vielfaches gehandelt. (dpa)


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