2020 eines der wärmsten Jahre: Corona-Effekt für das Klima bleibt aus

Trotz der Pandemie und einer weltweit heruntergefahrenen Wirtschaft ist 2020 eines der drei wärmsten Jahre aller Zeiten. Der negative Trend setzt sich weiter fort, das zeigt der Abschlussbericht der WMO. Umso entscheidender wird 2021, um den „unerbittlichen Klimawandel" zu bremsen.

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Genf – 2021 ist nach Ansicht der UNO ein „entscheidendes" Jahr, um die „katastrophalen" Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen. Dies teilte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) bei der Vorstellung ihres Jahresberichts für 2020 in Genf mit. UN-Generalsekretär António Guterres sagte, die Menschen müssten vor den „desaströsen Auswirkungen" des Klimawandels geschützt werden. Daher müssten sich alle Staaten zu Klimaneutralität bis 2050 verpflichten.

Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft 2020 zwar vielerorts in die Knie gezwungen, dem Klima hat das aber nicht geholfen. Auch wenn sich der Ausstoß der Treibhausgase kurzfristig verlangsamte, stieg die Konzentration in der Atmosphäre weiter, schreibt die Weltwetterorganisation (WMO) am Montag in ihrem Abschlussbericht über das globale Klima 2020. Nach Vorliegen aller Messdaten bestätigt sie ihre Prognose vom Dezember: 2020 war eines der drei wärmsten je registrierten Jahre.

„Es ist ein erschreckender Bericht"

Wenn der Emissionstrend sich fortsetze, könne die CO2-Konzentration im globalen Durchschnitt auf 414 ppm (parts per million) oder mehr in diesem Jahr steigen, so die WMO. 2019 lag der Wert bei gut 410 ppm, für 2020 lag zwar ein steigender Trend aber noch keine exakte abschließende Zahl vor. Der Wert von 410 ppm betrug 148 Prozent des vorindustriellen Niveaus (1850-1900).

Besonders relevant sind auch Methan und Lachgas. Die Konzentration bei Methan betrug 260 Prozent, bei Lachgas 123 Prozent des vorindustriellen Niveaus. Die globale Durchschnittstemperatur lag 2020 etwa 1,2 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Das wärmste Jahr war 2016. Die Werte von 2019 und 2020 lägen so dicht beieinander, dass nicht zu sagen sei, welches das wärmere Jahr war, sagte die WMO-Sprecherin in Genf. Die zehn Jahre von 2011 bis 2020 waren das wärmste Jahrzehnt. „Dies ist ein erschreckender Bericht, der von allen Führungskräften und Entscheidungsträgern der Welt gelesen werden muss", sagte Guterres in New York.

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„Wir stehen am Rande des Abgrunds"

Die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels seien verheerend und bereits auf der ganzen Welt zu sehen. Die internationale Gemeinschaft sei derweil nicht auf Kurs, um den Trend aufzuhalten. „Wir stehen am Rande des Abgrunds", so Guterres weiter. Der Bericht bestätige erneut den „unerbittlichen Klimawandel", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Der negative Trend werde sich unabhängig von Klimaschutzmaßnahmen noch einige Jahrzehnte fortsetzen. Deshalb sei es wichtig, sich auf häufigere und intensivere Extremwetterlagen einzustellen, die erhebliche Schäden anrichten und Millionen Menschen betreffen werden.

Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden, sollte der Temperaturanstieg nach Berechnungen von Wissenschaftern bis zum Ende des Jahrhunderts 1,5 Grad nicht übersteigen. Dieses Ziel will die Weltgemeinschaft nach dem Pariser Klimaschutzabkommen möglichst erreichen. Dazu müssten der Ausstoß der Treibhausgase bis 2030 nach UN-Angaben um 45 Prozent unter das Niveau von 2010 gebracht werden. Ohne neue und ehrgeizigere Klimaschutzziele dürfte das nach Angaben von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern scheitern.

Europa müsse bei der bevorstehenden Einigung auf sein Klimaziel noch ehrgeiziger werden, sagte Viviane Raddatz, Leiterin Klimaschutz und Energiepolitik bei der Umweltstiftung WWF Deutschland: „Europa muss mindestens 65 Prozent Emissionen bis 2030 einsparen – und zwar ohne Taschenspielertrick wie der Anrechnung von CO2-Speichern, zu denen Wälder gehören." (APA/dpa, AFP)


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