Der Grinner ReUse-Laden und seine vielen Profiteure

Die Umwelt und das Klima profitieren, Ressourcen werden geschont, Verkäufer haben einen Mehrwert, Käufer wiederum ersparen sich Geld und haben trotzdem einen Nutzen. Seit 2018 betreibt Ingeborg Schimpfössl den ersten ReUse-Laden im Bezirk Landeck.

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In Grins betreibt Ingeborg Schimpfössl den ersten ReUse-Laden im Bezirk Landeck
© Helmut Wenzel

Grins – Die Umwelt und das Klima profitieren, Ressourcen werden geschont, Verkäufer haben einen Mehrwert, Käufer wiederum ersparen sich Geld und haben trotzdem einen Nutzen. Eine Einrichtung, die nur Gewinner kennt, gibt es das in unserer Wegwerfgesellschaft? – Mit Fragen wie diesen hat sich Ingeborg Schimpfössl in Grins lange beschäftigt, bevor sie 2018 ihren ReUse-Laden eröffnete.

„Ich wollte nach meiner Pensionierung etwas anderes tun und nochmals durchstarten“, verrät die frühere SOS-Kinderdorfmutter. Ihr „Kapital“ sind unzählige Erfahrungen im Umgang mit Kindern. Sie kennt sich aus mit den Anforderungen im Familienleben: „Den Kindern wird die Bekleidung schnell zu klein. Sportgeräte oder Spielzeug werden oft nicht allzu lange genutzt. Im besten Fall kann das alles jüngeren Geschwistern oder Freunden weitergegeben werden. Andernfalls landen die Sachen auch im Müllcontainer.“

Vor diesem Hintergrund hat sie ihren ReUse-Laden eingerichtet. „Wiederverwertung, Nachhaltigkeit und der Umweltgedanke sind mir wichtig.“ Es ist bisher der einzige Laden dieses Typs im Bezirk, speziell für Kindersachen wie Bekleidung, Wippen, Spielzeug, Hochstühle, Rücken- und Bauchtragen oder Babyphone. In den Regalen sind ausschließlich Secondhand-Artikel zu günstigen Preisen und in einwandfreier Qualität zu finden. Fahrräder und Kindersitze für Pkw kann sie allerdings nicht vermitteln. „Ich will keinen Ramschladen. Trotzdem sind die Sachen oft günstig zu haben, zu einem Bruchteil vom ursprünglichen Preis.“

Verkäufer und Käufer kommen zu fixen Zeiten in den ganzjährig geöffneten „Rund-ums-Kind-Laden“. Wie die Drehscheibe für gebrauchte Kindersachen funktioniert, hat die aktive Pensionistin in allen Details ausgetüftelt. „Die Verkaufspreise werden mit dem Verkäufer festgelegt. Der Verkäufer bekommt 55 Prozent, mit dem Rest bestreite ich meine Unkosten.“

Die Initiatorin übernimmt die Dinge auf Kommissionsbasis und trägt damit kein Risiko, „Ladenhüter zu züchten“. Sobald etwas verkauft ist, bekommt der Verkäufer seinen Anteil. Unverkaufte Sachen kommen nach einer bestimmten Frist zurück an den Verkäufer. (hwe)


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