Gucci-Witwe Patrizia Reggiani Opfer eines Betrugsfalls

Zwei Rechtsanwälte und ein Finanzberater, die sich um Reggianis Erbschaft kümmern, werden von der Mailänder Staatsanwaltschaft verdächtigt, die 72-jährige Reggiani um Teile ihres Vermögens gebracht zu haben.

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Patrizia Reggiani mit Maurizio Gucci im Jahr 1972.
© imago

Rom – Patrizia Reggiani, die für den Auftragsmord an ihrem Ex-Mann Maurizio Gucci 17 Jahre im Gefängnis verbracht hat, ist Opfer eines Betrugs geworden, um den die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt. Unter Verdacht stehen vier Personen, die Reggianis Erbschaft verwalten, berichtete die Tageszeitung La Stampa.

Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 2019 hat Reggiani Immobilien, Grundstücke und andere Besitztümer im Wert von 14 Millionen Euro geerbt. Zwei Rechtsanwälte und ein Finanzberater, die sich um Reggianis Erbschaft kümmern, werden von der Mailänder Staatsanwaltschaft verdächtigt, die 72-jährige Reggiani um Teile ihres Vermögens gebracht zu haben. Die Frau sei zwar nicht unzurechnungsfähig, sie sei aber stark manipulierbar, stellten die Ermittler fest.

Die Ermittlungen laufen auch gegen eine Freundin Reggianis, die mit ihr im Gefängnis eine Strafe wegen Mordes abgesessen hatte und jetzt mit ihr in einem Luxusanwesen in Mailand lebt. Die Ermittlungen gegen die vier Personen wurden aufgrund der Anzeige einer der beiden Töchter Reggianis in die Wege geleitet.

Nach 18 Jahren wieder frei

Patrizia Reggiani wurde wegen des Auftrags zum Mord an ihrem Ex-Mann zunächst zu 29 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde schließlich auf 26 Jahre verkürzt, 2016 kam sie aber bereits nach 18 Jahren wegen guter Führung wieder frei.

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Reggiani hatte Maurizio Gucci 1995 von einem Auftragsmörder in Mailand töten lassen. Der Erbe des toskanischen Modehauses hatte seine auch als "Schwarze Witwe" bekannt gewordene Frau mehrere Jahre zuvor für eine jüngere Geliebte verlassen. Am 27. März 1995 war der damals 47-jährige Maurizio Gucci vor seinem Büro in der eleganten Via Palestro in Mailand erschossen worden. Laut Anklage habe es sich um ein „eiskalt geplantes Verbrechen" gehandelt. Reggiani habe es nicht ertragen, von Gucci verlassen worden zu sein und ihren gesellschaftlichen Status als Jet-Set-Königin verloren zu haben. Reggiani selbst beteuerte stets ihre Unschuld und sprach von einer „Verschwörung" der vier anderen Angeklagten.

Alle fünf Verurteilten, darunter der unmittelbare Täter, wurden zu Haftstrafen zwischen 19 und 29 Jahren verurteilt. Nach Auffassung der Anklagevertretung handelte Patrizia Gucci aus „Geldgier, Neid und Hass". Die Kaltblütigkeit des Komplotts und das ausschweifende Leben Reggianis hatte die italienische Öffentlichkeit lange Zeit beschäftigt.

Dreharbeiten in Italien

Derzeit wird in Italien der Film „House of Gucci" gedreht. Der Film des Starregisseurs Ridley Scotts basiert auf dem Buch „The House of Gucci: A Sensational Story of Murder, Madness, Glamour and Greed" von Sara Gay Forden. Adam Driver spielt darin Maurizio Gucci, einen Cousin von Patricia Gucci. Lady Gaga schlüpft in die Rolle von Patrizia Reggiani. (APA/dpa)

Schauspielerin und Sängerin Lady Gaga (li.) und Schauspieler Adam Driver bei den Dreharbeiten für „House of Gucci".
© MIGUEL MEDINA

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