Whatsapp-Affäre: Ex-Johnson-Berater Cummings hinter Leaks vermutet

Erst kürzlich sorgten Whatsapp-Chats zwischen dem britischen Premier Johnson und dem Unternehmer Dyson für Aufregung. Die Nachrichten veröffentlicht haben soll der ehemalige Berater von Johnson, Dominic Cummings. Der Premier zeigt sich "enttäuscht darüber".

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Johnson verteidigt sein Vorgehen.
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London – Hinter der Veröffentlichung vertraulicher Textnachrichten zwischen Premier Boris Johnson und dem Unternehmer James Dyson soll Berichten zufolge der frühere Regierungsberater Dominic Cummings stecken. "Dominic betreibt systematisches Leaken", sagte eine nicht-genannte Quelle aus Regierungskreisen der "Times" am Freitag. "Wir sind sehr enttäuscht darüber."

Auch der "Telegraph" und die "Sun" berichten unter Berufung auf Quellen aus der Downing Street darüber, dass Cummings die SMS-Nachrichten herausgegeben haben soll, über die die BBC in den vergangenen Tagen berichtet hatte. Cummings hatte Ende des vergangenen Jahres nach einem erbitterten Streit im engsten Beraterzirkel der Downing Street seinen Posten verlassen. Zuvor war er bereits während einer unerlaubten privaten Reise während des strikten Corona-Lockdowns unter Beschuss geraten, allerdings von Boris Johnson verteidigt worden.

Cummings galt als einer der engsten Vertrauten Johnsons. Er war ein wichtiger Vertreter und Stratege der "Vote Leave"-Kampagne für den Brexit. Der frühere Berater sei "bitter darüber, was passiert ist, seit er gegangen ist", heißt es in der Times unter Berufung auf die anonyme Quelle. Am Donnerstag leitete die Regierung eine offizielle Untersuchung wegen des Leaks ein.

In dem Textnachrichten-Austausch von Johnson und Dyson aus dem vergangenen Jahr ging es um mögliche Steuererleichterungen für Dysons Unternehmen bei der Produktion von Beatmungsgeräten. Johnson bekannte sich zu den Nachrichten und verteidigte sein Vorgehen. Er werde sich dafür absolut nicht entschuldigen, es sei schließlich darum gegangen, Leben zu retten, so der Premier. Die Opposition fordert eine formelle Untersuchung und Konsequenzen. (APA/dpa)

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