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Der Mann in der Staumauer am Schlegeisspeicher

1100 Messstellen, 1000 Stufen, 725 Meter Länge, 38 Betonblöcke und ein Job wie kein anderer: Hannes Rauch ist Talsperrenwärter am Schlegeisspeicher im Zillertal. Er kontrolliert jeden Quadratmeter der Mauer.

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Die 131 Meter hohe und 725 Meter lange Staumauer am Schlegeisspeicher im Zillertal ist Hannes Rauchs Arbeitsplatz.
© Rudy De Moor

Von Eva-Maria Fankhauser

Vor ihm geht es 131 Meter in die Tiefe. Bedächtig stützt sich Hannes Rauch am Geländer der Staumauer ab. Ein eiskalter Wind weht ihm um die Nase und dicke Schneeflocken fallen vom Himmel. Während im Tal Frühling herrscht, ist am Schlegeisspeicher im Zillertal noch immer tiefster Winter. Er zieht den Reißverschluss seiner dicken Jacke bis oben hin zu, schaut noch mal kurz aufs Handy und macht sich auf den Weg. Für die nächsten Stunden ist es das letzte Mal, dass er Handyempfang haben wird. Denn Rauch begibt sich zwischen meterdicke Betonwände und steigt Stufe für Stufe in die Staumauer des Schlegeisspeichers hinab. Er ist der Wärter des imposanten Bauwerks.

Die Staumauer am Schlegeisspeicher im Zillertal ist Hannes Rauchs Arbeitsplatz.
© Rudy De Moor

Seit 34 Jahren ist Rauch hier im Einsatz. Er kennt jeden Quadratmeter der Mauer wie seine Westentasche. Er ist dafür verantwortlich, dass die Stauanlage des Energiekonzerns Verbund rund um die Uhr funktioniert und alles wie am Schnürchen läuft. Immerhin ist die Stauanlage Teil des Pumpspeicherkraftwerks Roßhag, mit der aus Wasserkraft Strom erzeugt wird. Die Überwachung der Staumauer stellt nicht nur die Stromerzeugung sicher, sondern ist auch für die Sicherheit der Menschen im Tal essenziell. Rauch weiß genau, wie wichtig seine Arbeit ist. Er ist mit Leib und Seele ein so genannter Talsperrenwärter. Und eines merkt man sofort: Diesen Mann bringt so schnell nichts aus der Ruhe.


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