Keine zweite Volksschule: „Schwerer Rückschlag" für Zirler Bürgermeister

Bürgermeisterliste scheiterte mit Vorstoß an Mehrheit der zwei bürgerlichen Listen.

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An der Allgemeinen Sonderschule Zirl (Bild) wird kein zweiter Volksschul-Standort eingerichtet. Die politischen Kontroversen waren heftig.
© Domanig

Zirl – Für BM Thomas Öfner ist es ein „schwerer Rückschlag“: Ein Antrag seiner Liste „Für Zirl“, in den Räumen des Sonderpädagogischen Zentrums (SPZ) Zirl einen zweiten Volksschulstandort zu eröffnen, wurde im Gemeinderat mit 10:9 Stimmen abgeschmettert. Seit Jahren werde eine Lösung für das akute Raumproblem am Volksschulstandort in der Schulgasse – der mit 17 Klassen zu den größten Tirols zählt – eingemahnt, erinnern Öfner und Bildungsausschuss-Obfrau Iris Pichler. Nun sei eine „kostengünstige, sofort umsetzbare Lösung“ (die auch Bildungsdirektion und Elternverein befürwortet hätten) verhindert worden. Konkret hätte bereits im Herbst eine erste Klasse am neuen Standort starten sollen, vier Klassen wären insgesamt möglich gewesen. Die Organisationsform der Sonderschule wäre dazu in „Volksschule mit angeschlossener Sonderschule“ geändert worden.

„Auf diese Weise hätten wir am bestehenden Volksschul-Standort vier Klassenräume freigespielt, die dringend nötig wären“, sagt Öfner. Da heuer nur drei statt vier erste Klassen einschulen werden, habe die Volksschule zwar Platz für alle, aber kein einziger Raum sei etwa für Gruppenteilungen oder als Ausweiche frei. Und: „Moderner inklusiver Unterricht mit ausreichend Raum in einem barrierefreien Gebäude wäre im Sinne aller gewesen.“ Ein Neubau am „Schulerweiterungsareal“ sei dagegen finanziell aus heutiger Sicht auch mittelfristig nicht möglich.

Die beiden bürgerlichen Listen lehnten den Vorstoß jedoch geschlossen ab: Angesichts rückläufiger Schülerzahlen für die nächsten Jahre – 2024/25 werde die VS aus jetziger Sicht nur noch 14 Klassen umfassen – seien Kurzfristigkeit und Dringlichkeit des Antrags von „Für Zirl“ schlicht nicht nachvollziehbar gewesen, meint Vize-BM Victoria Rausch (Zirl Aktiv). „Das hätte nur einen Haufen Unruhe in den guten laufenden Betrieb hineingebracht.“ Zudem habe man die Volksschulleitung zu wenig und zu spät eingebunden. Auch Vize-BM Iris Zangerl-Walser (Zukunft Zirl)verweist auf die Entspannung bei den Schülerzahlen – zumal am Martinsbühel ja auch eine private „International School“ eröffnen werde. Die freien Räume im SPZ gelte es aber natürlich zu nutzen, sind sich beide Listen einig: Sie fordern per – mehrheitlich beschlossenem – Antrag nun, dass der Schultyp einer Polytechnischen Schule zurück nach Zirl geholt werden solle. (md)

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