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„Sehr pauschal“: Uni-Rektor Märk kontert interne Kritik

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Uni-Rektor Tilmann Märk weist die interne Kritik zurück: Potenzial für Verbesserung gebe es, großteils funktioniere die Lehre aber.
© Starck

Dass erst so kurz vor Pfingsten und damit auch dem Ende des Lehrbetriebs ein „langsames Hochfahren“ des Lehrbetriebs in Form eines Hybridmodells von virtueller Lehre und Präsenz-Studium propagiert werde, bezeichnete der Innsbrucker Politikwissenschafter Ferdinand Karlhofer im TT-Interview am Montag als nicht sehr realitätsnah. Schließlich befänden sich viele Studenten nicht in Innsbruck, vielfach würden zudem Uni-Büros leer stehen. Zudem würden Studenten teils ohne jegliche Anleitung auf Selbststudium umgeleitet.

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Kritik, die der Rektor der Universität Innsbruck, Tilmann Märk, gestern so nicht unkommentiert stehen lassen wollte. Er bezeichnet Karlhofers Äußerungen als „sehr pauschal“. Der nunmehr anzugehenden Hybrid-Unterricht folge dem Wunsch vieler Studenten und Lehrenden, so Märk. Kein Student sei aber gezwungen, an die Uni zu kommen – Lehrveranstaltungen könnten auch gestreamt werden. Allein schon die geltenden Hygienevorgaben erlaubten, dass nur ein kleiner Teil aktiv vor Ort sein könne: „Das ist ein Angebot, keine Verpflichtung.“ Und auch mit der Betreuung der Studierenden könne es nicht so schlecht stehen, verweist Märk auf eine Umfrage der Hochschülerschaft (ÖH), wonach sich zwei Drittel der Befragten mit der Anpassung von Lehrveranstaltungen an digitale Erfordernisse zufrieden zeigen. Natürlich, so Märk, gebe es hier aber „bessere und schlechtere Beispiele“. Dass Lehr-Büros leer stünden – das weist Märk jedoch scharf zurück. Home-Office müsse man anbieten, so Märk: „Wir müssen den Wunsch, dennoch ins Büro oder Labor zu kommen, sogar regelmäßig bremsen.“ Generell sieht Märk zwar Verbesserungspotenzial, „im Großen und Ganzen funktioniert Lehre und Forschung aber trotz Pandemie“.

Indes betitelt NEOS-Landeschef Dominik Oberhofer die aktuelle Situation an den Universitäten als „Armutszeugnis für den Hochschulbetrieb“ und Karlhofers Kritik als „mutig“: „Es ist höchste Zeit, dass die Universitäten in Sachen Kommunikation und Digitalisierung deutlich zulegen.“ Von Bildungsminister Heinz Faßmann, so die NEOS, habe man seit Pandemiebeginn zu den Unis „fast nichts gehört“. Der Ring Freiheitlicher Studenten forderte gestern eine völlige Rückkehr zum Präsenzunterricht. (mami, TT)

NEOS-Landeschef Dominik Oberhofer übt Kritik an Uni.
© Böhm

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