Nach Waldschäden randvoll: Guter Holzpreis leerte Lager in Ainet

Das Nassholzlager Ainet, das nach Waldschäden randvoll war, ist frei für neues Holz.

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Stamm für Stamm wurde das in Ainet gelagerte Holz zum Verkauf abtransportiert. Die hohe Nachfrage machte es möglich.
© Waldgenossenschaft Iseltal

Von Catharina Oblasser

Ainet – Sturm und Schnee haben dem Osttiroler Wald in den letzten Jahren stark zugesetzt. Um so viel Holz wie möglich vor dem Borkenkäfer zu retten, errichtete das Land im Herbst 2020 ein Nasslager auf dem Areal der Waldgenossenschaft Iseltal in Ainet. Die umgestürzten Baumstämme konnten auf die 2,2 Hektar große Fläche gebracht werden. Dort wurden sie mit einem ausgeklügelten Beregnungssystem frisch gehalten, um die Holzqualität zu bewahren. An die 50 Waldbesitzer nutzten diese Möglichkeit. Doch der Preis war damals im Keller, die Aussichten trübe.

Heute ist von den 30.000 Kubikmetern schnittfähigem Holz in Ainet nichts mehr übrig. Alles ist verkauft. „Die Situation am Markt hat sich innerhalb nur eines Jahres um 180 Grad gedreht“, erklärt LHStv. Josef Geisler. „War es letztes Jahr beinahe aussichtslos, das Holz am Markt unterzubringen, übersteigt nun die Nachfrage das Angebot.“ Das gilt ganz besonders in Osttirol, und wieder ist das Wetter schuld. „Aufgrund der extremen Schneelage sind viele Forstwege noch nicht offen, es kommt also kaum frisches Holz aus dem Wald“, sagt Josef Geisler.

Der Bestand aus dem Aineter Lager sei größtenteils im Bezirk geblieben, schildert Mario Sinn, Geschäftsführer der Waldgenossenschaft Iseltal. Große Abnehmer gebe es in unmittelbarer Nähe. Weil die Waldgenossenschaft über eine eigene Säge vor Ort verfügt, ging die Belieferung der Unternehmen zügig voran. Auch die Holzqualität konnte dank Beregnung erhalten werden.

Im Moment ist das Nasslager also nicht in Verwendung, doch bald kommt Nachschub – diesmal wegen der starken Schneefälle im letzten Winter. „Derzeit liegen noch 300.000 Kubikmeter Schadholz vom Nassschnee-Ereignis im vergangenen Dezember im Wald“, informiert Geisler. Sobald es das Wetter zulässt, soll dieses Holz geholt werden. Das Aineter Lager erfüllt dabei eine „Pufferfunktion“, es stellt sicher, dass die Osttiroler Sägebetriebe, auch wenn gerade kein Holz aus dem Wald kommt, aus dem Nasslager beliefert werden können.

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