Bessere Chancen für US-Republikaner bei nächster Kongresswahl

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Austin, Hauptstadt von Texas, zählt zu den am schnellsten wachsenden Metropolregionen der USA.
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Von Floo Weißmann

Washington – Für die US-Republikaner dürfte es leichter werden, bei der Kongresswahl im nächsten Jahr die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückzugewinnen. Das folgt aus den Zensus-Daten, die am Montag (Ortszeit) veröffentlicht worden sind. Demnach hält der Trend der vergangenen Jahrzehnte an: Die alten Bevölkerungszentren im Nordosten und Mittelwesten der USA wachsen weniger schnell als die neuen Boom-Regionen im Süden und Westen. Sieben der 435 Sitze im Repräsentantenhaus werden nun neu zugeteilt – mit politischen Konsequenzen. Beispielsweise verliert die demokratische Hochburg New York einen Sitz, während die republikanische Hochburg Texas um zwei Sitze zulegt.

Analog dazu gibt es auch Verschiebungen im Wahlleute-Kollegium, das den Präsidenten wählt. Amtsinhaber Joe Biden hätte nach der neuen Verteilung um drei Stimmen weniger erhalten (aber immer noch klar gewonnen).

Dazu kommt, dass nach jedem Zensus alle Kongressbezirke neu zugeschnitten werden. In der Mehrheit der Bundesstaaten, darunter mehrere Swing States, kontrollieren die Republikaner diesen Prozess. Sie werden ihren Kandidaten einen Vorteil verschaffen. Die konservative Mehrheit am Höchstgericht hat in einer früheren Entscheidung bereits deutlich gemacht, dass sie nicht eingreifen wird. Für die Demokraten wird es damit schwerer, ihre knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus von derzeit fünf Sitzen zu halten.

Schwierige Ausgangslagen für Demokraten

Die Verschiebungen durch die neuen Zensus-Daten sind zwar geringer ausgefallen, als prognostiziert worden war. Und sie gehen nicht alle in eine Richtung. Aber insgesamt erhalten die von Republikanern kontrollierten Regionen der USA mehr politisches Gewicht und mehr Bundesmittel – und das bis zum nächsten Zensus in zehn Jahren.

Ironischerweise basiert ihr Bevölkerungswachstum zum Teil auf der politischen Klientel der Demokraten. Viele gut ausgebildete junge Menschen wandern in die neuen Zentren in den Südstaaten. Und der Bevölkerungsanteil der Nicht-Weißen legt weiter zu. Die Hoffnung der Demokraten ist deshalb, mittelfristig republikanische Wahlbezirke und Bundesstaaten umdrehen zu können. Ihre jüngsten Erfolge bei der Präsidenten- und Senatswahl in Georgia sind ein Beispiel dafür.

Auch in der vormaligen konservativen Hochburg Texas sind die Demokraten in den vergangenen Jahren immer stärker geworden. Aber für Siege in bundesstaatsweiten Rennen dürfte es noch eine Weile nicht reichen. Bis es so weit ist, sind die Demokraten für mehrere Wahlen mit einer schwierigeren Ausgangslage konfrontiert.


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