Barrieren im Außerfern finden und eliminieren

Das Außerfern wird heuer vom Monitoringausschuss durchleuchtet. Ziel ist die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum.

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Die Begegnungszone im Untermarkt wird barrierefrei. Taktile Einfräsungen sind geplant, um Sehbehinderten die Orientierung zu erleichtern.
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Von Simone Tschol

Reutte – Der Tiroler Monitoringausschuss hat den Schwerpunkt seiner Tätigkeit heuer ins Außerfern verlegt. Das unabhängige Gremium überwacht die von der UN-Generalversammlung verabschiedete Konnvention, in der die Rechte von Menschen mit Behinderungen festgelegt sind. „Wir schauen, dass den Betroffenen die Teilhabe am öffentlichen Leben möglich ist. In Reutte selbst ist diesbezüglich ja bereits einiges geschehen. Aber wie sieht es in den anderen Gemeinden des Bezirkes aus? Das werden wir jetzt vorab in einer Befragung erheben, ehe wir am 17. Juni zu einer Sitzung in der Wirtschaftskammer Reutte zusammentreffen“, erklärte Ausschuss-Vorsitzende Isolde Kafka gestern bei einer Stippvisite in Reutte.

Diese startete am neuen Vorplatz der Bezirkshauptmannschaft. Dort wurden mit der Umgestaltung nicht nur die Barrieren beseitigt. „Der Platz hat durch den Wegfall der Parkplätze und die Schaffung von Sitzmöglichkeiten im Ganzen sehr gewonnen“, erklärte Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf, deren Verwaltungszentrale seit dem Neubau komplett barrierefrei ist. Aber auch sonst ist in den letzten Jahren diesbezüglich in der Marktgemeinde viel geschehen. „Dengelhaus und Museum sind barrierefrei, der Untermarkt wird dies nach der Umgestaltung auch sein. Das kostet natürlich auch alles viel Geld, aber wir möchten einen Masterplan erstellen und diesen dann peu à peu abarbeiten“, sagt Bürgermeister Günter Salchner, denn: „Wer heute nicht direkt betroffen ist, kann es morgen sein.“

Einer, der betroffen ist, ist Bernhard Gruber. Er ist seit einem Arbeitsunfall querschnittgelähmt, inzwischen Sachverständiger und Mitglied im Monitoringausschuss. „Reutte ist hier sicher in der Vorreiterrolle. Aber trotzdem gibt es im Bezirkshauptort keine einzige barrierefreie Schule. Auch in den Tourismusorten ist noch viel zu tun, um den Behinderten als Gast zu entdecken“, so Gruber, der anfügt: „Behinderte sind nicht nur Menschen im Rollstuhl, auch Seh- und Hörbehinderte, aber auch Betagte hätten mit baulichen Hürden zu kämpfen.“ Kafka: „Wenn man versucht, Barrieren zu sehen, ist das Bewusstsein ein anderes.“


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