Regiedebüt der Südtirolerin Evi Romens führt Nominiertenfeld an

Wieder hoffen Filmemacher in 16 Kategorien auf eine Auszeichnung bei der elften Vergabe der heimischen Kinotrophäen. An der Spitze der Nominierungen steht mit neun Nennungen das Regiedebüt der Südtirolerin Evi Romens.

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Die Geschäftsführerin der Akademie des Österreichischen Films, Katharina Albrecht-Stadler, bei der Bekanntgabe der Nominierungen.
© UNBEKANNT

Wien – Die Südtirolerin Evi Romen ist als Editorin und Drehbuchautorin bereits ein alter Hase im Filmgeschäft. Ihr Regiedebüt „Hochwald“ veröffentlichte die 54-Jährige jedoch erst im Vorjahr – und konnte sich damit nun gleich an die Spitze des Nominiertenfeldes für den Österreichischen Filmpreis 2021 setzen. Neun Nennungen konnte das Drama bei der Onlinebekanntgabe der Filmpreisaspiranten am Donnerstag für sich reklamieren – und dabei in fast allen Königskategorien reüssieren.

So ist der Film über den sensiblen Mario sowie sein Coming-out in einem kleinen Südtiroler Dorf sowohl als bester Spielfilm, für das beste Drehbuch als auch für die Kamera nominiert. Auch die beiden Darsteller Thomas Prenn (Hauptdarsteller) und Noah Saavedra (Nebendarsteller) können hoffen.

📽️ Video | Pressekonferenz zum Österreichischen Filmpreis

Mit Respektsabstand folgen mit je sechs Nominierungen Sandra Wollners Sci-Fi-Dystopie „The trouble with being born“, die bei der Berlinale 2020 Weltpremiere feierte, sowie „Waren einmal Revoluzzer“ von Johanna Moder. Auch Wollners Werk ist im Rennen um den besten Spielfilm, Drehbuch und – anders als Romen – für die Regie. „Waren einmal Revoluzzer“ indes dominiert die Darstellerkategorien, sind hier doch Julia Jentsch für die beste weibliche Hauptrolle sowie Manuel Rubey und Marcel Mohab jeweils als bester männlicher Schauspieler im Rennen.

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Das Führungsquartett komplettiert mit 5 Nominierungen Arash T. Riahis Verfilmung des Monika-Helfer-Romans „Ein bisschen bleiben wir noch“. Das Werk über zwei Flüchtlingsgeschwister und ihren Kampf in Österreich ist der fehlende Teil des Trios in der Kategorie Bester Spielfilm, hat mit Christine Ostermayer auch ein Eisen im Feuer bei der Sparte Beste weiblichen Hauptrolle und könnte Arash T. Riahi die Regieauszeichnung bringen.

📽️ Trailer | „Hochwald“

Appell für mehr Diversität

Filmakademie-Präsident Ruzowitzky forderte mehr Diversität in der Branche.
© UNBEKANNT

Zuvor hatte zum Auftakt der Onlineübertragung aus der Synchron Stage Vienna Filmakademie-Präsident Stefan Ruzowitzky an das Gewissen der Branche appelliert. So habe man vor allem hinter der Kamera noch einen Mangel an Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund. „Nicht so gut sieht es aus bei den Gewerken, da würden wir uns wünschen, dass mehr junge Leute mit Migrationshintergrund zu uns kommen“, so Ruzowitzky. Vor der Kamera sei es zwar besser, aber auch hier gelte: „Wir müssen uns als Autoren auch ein bisschen besser an der Nase nehmen.“ Es müssten die entsprechenden Rollen für die Filme geschrieben werden.

In jedem Falle wählen nun aus der Reihe der Nominierten die knapp 600 Mitglieder der Akademie des Österreichischen Films die Sieger. Enthüllt werden die Gewinner 2021 heuer erstmals im Globe Wien und das nach der pandemiebedingten Verschiebung von Jänner erstmals im Sommer, konkret am 8. Juli. Der ORF bietet dazu einen Livestream an und sendet tags darauf einen Zusammenschnitt.

Die Gestaltung der Gala übernehmen die beiden Regiebrüder Riahi. „Der Abend soll eine Hommage sein an das Kino und das Filmemachen“, gab der nun selbst nominierte Arash T. am Donnerstag als Parole aus. Alles solle respektvoll, aber auch ironisch-lustig vonstattengehen: „Und ein bisschen ist das Konzept die Überraschung, weshalb wir jetzt nicht zu viel verraten wollen.“ Ebenso kryptisch zeigte sich Bruder Arman: „Wir können es nicht allen recht machen. Aber wir werden versuchen, es zumindest ein paar recht zu machen.“

🎬 Österreichischer Filmpreis 2021: Die Nominierten

BESTER SPIELFILM

  • "Ein bisschen bleiben wir noch" von Arash T. Riahi
  • "Hochwald" von Evi Romen
  • "The trouble with being born" von Sandra Wollner

BESTER DOKUMENTARFILM

  • "Dieser Film ist ein Geschenk" von Anja Salomonowitz
  • "Die Dohnal - Frauenministerin / Feministin / Visionärin" von Sabine Derflinger
  • "Epicentro" von Hubert Sauper

BESTER KURZFILM

  • "Das beste Orchester der Welt" von Henning Backhaus
  • "Fische" von Raphaela Schmid
  • "Die Waschmaschine" von Dominik Hartl

BESTE WEIBLICHE HAUPTROLLE

  • Julia Jentsch ("Waren einmal Revoluzzer")
  • Christine Ostermayer ("Ein bisschen bleiben wir noch")
  • Julia Franz Richter ("Der Taucher")

BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE

  • Marcel Mohab ("Waren einmal Revoluzzer")
  • Thomas Mraz ("Risiken und Nebenwirkungen")
  • Thomas Prenn ("Hochwald")
  • Manuel Rubey ("Waren einmal Revoluzzer")

BESTE WEIBLICHE NEBENROLLE

  • Julia Koschitz ("Das schaurige Haus")
  • Edita Malovčić ("Quo Vadis, Aida?")
  • Anna Unterberger ("Was wir wollten")

BESTE MÄNNLICHE NEBENROLLE

  • Omid Memar ("7500")
  • Michael Pink ("Das schaurige Haus")
  • Noah Saavedra ("Hochwald")
  • Lukas Spisser ("Was wir wollten")

BESTE REGIE

  • Arash T. Riahi ("Ein bisschen bleiben wir noch")
  • Patrick Vollrath ("7500")
  • Sandra Wollner ("The trouble with being born")

BESTES DREHBUCH

  • Johanna Moder/Marcel Mohab/Manuel Rubey ("Waren einmal Revoluzzer")
  • Evi Romen ("Hochwald")
  • Patrick Vollrath/Senad Halilbašić ("7500")
  • Roderick Warich/Sandra Wollner ("The trouble with being born")

BESTE KAMERA

  • Martin Gschlacht/Jerzy Palacz ("Hochwald")
  • Christine A. Maier ("Quo Vadis, Aida?")
  • Matthias Pötsch ("Das schaurige Haus")

BESTER SCHNITT

  • Lisa Zoe Geretschläger/Sebastian Longariva ("Lovecut")
  • Niki Mossböck ("Die Dohnal - Frauenministerin / Feministin /Visionärin")
  • Karina Ressler ("Hochwald")

BESTES KOSTÜMBILD

  • Veronika Albert ("Waren einmal Revoluzzer")
  • Monika Buttinger ("Ein bisschen bleiben wir noch")
  • Cinzia Cioffi ("Hochwald")

BESTE MASKE

  • Sam Dopona/Verena Eichtinger ("Hochwald")
  • Gaby Grünwald ("The trouble with being born")
  • Helene Lang ("Narziss und Goldmund")
  • Michaela Payer/Regina Breitfellner ("Quo Vadis, Aida?")

BESTES SZENENBILD

  • Katrin Huber/Gerhard Dohr ("Ein bisschen bleiben wir noch")
  • Conrad Moritz Reinhardt ("Das schaurige Haus")
  • Hannes Salat ("Quo Vadis, Aida?")

BESTE MUSIK

  • Florian Horwath ("Hochwald")
  • Clara Luzia ("Waren einmal Revoluzzer")
  • David Schweighart/Peter Kutin ("The trouble with being born")

BESTE TONGESTALTUNG

  • Hubert Sauper/Karim Weth/Alexander Koller ("Epicentro")
  • Vlad Voinescu/Andreas Hamza/Andreas Hamza/Thomas Pötz ("The Royal Train")
  • Johannes Schmelzer-Ziringer/Peter Kutin/Simon Peter ("The trouble with being born")
  • Claus Benischke-Lang/Karim Weth/Nils Kirchhoff/Alexander Koller ("Was wir wollten")

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