Tunnelanstich für Kraftwerk Kühtai 2: Tiwag startete ihr Milliarden-Projekt

Mit dem Anstich zum 25,5 Kilometer langen Beileitungsstollen haben am Donnerstag die Hauptarbeiten für das Kraftwerk Kühtai 2 begonnen.

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Die Tiwag-Aufsichtsratsmitglieder Julia Lang (l.) und Hannelore Weck-Hannemann – mit LH Günther Platter, dem Vorstandsvorsitzenden Erich Entstrasse­r und Aufsichtsratschef Reinhard Schretter (r.) – gaben als Tunnelpatinnen den Startschuss für die Vortriebsarbeiten im Kühtai.
© Tiwag/Vandory

Kühtai – Im Kühtai wurde am Donnerstagnachmittag ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung des Kraftwerkes Kühtai 2 erreicht, denn mit dem Tunnelanstich für die unterirdischen Stollenanlagen wurden beim neuen Speicher Kühtai die Hauptbauarbeiten zur Erweiterung der Kraftwerksgruppe offiziell begonnen. Bis Ende 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, der Landesenergieversorger Tiwag investiert rund eine Milliarde Euro. Die Intention seitens der Tiwag: „Die Energiewende vorantreiben, die Versorgung sichern und dabei mit Bedacht vorgehen, notwendige Eingriffe minimieren und Ausgleich schaffen.“

„Der heutige Tag ist ein wichtiges Signal für den Aufbruch und die Zukunft unseres Landes“, erklärte Landeshauptmann und Tiwag-Eigentümervertreter Günther Platter anlässlich der Zeremonie, die Corona-bedingt nur im kleinen Rahmen mit den Tunnelpatinnen stattfinden konnte. Dieses Infrastrukturprojekt sei nicht nur ein wichtiger Konjunkturmotor für die heimische Wirtschaft, „sondern essenziell für die langfristige Versorgungssicherheit und Energieautonomie Tirols“.

2020 hatte es nach elfjährigem Verfahren grünes Licht für das Projekt gegeben: Der Ausbau der Kraftwerksanlagen sieht einen zusätzlichen Speichersee im Längental mit 31 Millionen Kubikmetern Fassungsvermögen sowie ein unterirdisches Pumpspeicherwerk als zweite Oberstufe vor. Die Speicherkapazität könne mit diesem Stausee Kühtai um rund 50 Prozent erhöht und mit dem zusätzlichen Wasser 216 Millionen Kilowattstunden pro Jahr mehr Strom erzeugt werden.

Durch die Verdoppelung der Speicherleistung im Kühtai könne der Energieversorger „zukünftig noch agiler und flexibler auf die Anforderungen einer sicheren Stromversorgung reagieren“, betonte Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser: „Der notwendige Umbau der Energiesysteme wird mittelfristig zu erheblichen Unsicherheiten und Schwankungen führen. Mit dem Ausbau der Eigenanlagen können wir die regionale Unabhängigkeit weiter erhöhen, Wertschöpfung für Tirol schaffen und leisten einen wichtigen Beitrag für mehr Stabilität im europäischen Stromnetz.“

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Nach den vorbereitenden Arbeiten zur Baustelleneinrichtung, die bereits im vergangenen Jahr begonnen hatten, soll es jetzt Schlag auf Schlag gehen: Gleichzeitig mit den Untertagebauarbeiten für das neue Kraftwerk wird auch eine Betonmischanlage vor Ort aufgebaut und die Aufbereitungsanlage für das Schüttmaterial des neuen Staudamms installiert.

Mit Jahresende werde die Tunnelbohrmaschine für den Beileitungsstollen einsatzbereit sein. 25,5 Kilometer werden dafür durch den Berg getrieben, um das Wasser aus sechs Wasserfassungen „in ökologisch vertretbaren Mengen“ zum Speicher Kühtai zu bringen. Der Einbau der Turbinen und Generatoren ist für 2024 und 2025 vorgesehen.

Zuletzt wurden dafür die Aufträge vergeben. Die Durchführung der Hauptbauarbeiten liegt bei der heimischen Arbeitsgemeinschaft Swietelsky – Swietelsky Tunnelbau – Jäger – Bodner. (TT)

Weitere aktuelle Informationen zum Projekt und Einblicke in das Baugeschehen gibt es auch unter www.erneuerbareplus.at.


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