Hondas neue HR-V-Generation: Großzügig beim Motoreneinbau

Honda gilt als größter Motorenhersteller der Welt – entsprechend großzügig bedenkt der japanische Anbieter die neue HR-V-Generation mit einer ganz besonderen Hybridkonstruktion.

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Der HR-V e:HEV der zweiten Generation wird gegen Ende des Jahres auf den Markt kommen.
© Honda

Von Markus Höscheler

Innsbruck – Vom Status des größten Autobauers der Welt ist Honda ein gutes Stück entfernt – dennoch rühmt sich das japanische Unternehmen immer wieder einer Besonderheit, nämlich jener, der Welt größter Motorenhersteller zu sein. Nennenswerte Widersprüche dazu sind nicht aufgetaucht, zumal Honda nicht nur Autos und Motorräder mit Aggregaten bestückt, sondern auch für Luft- und Schifffahrt, für Robotik und für Kraftwerke tätig ist. Die Jahresproduktion liegt laut Firma bei 28 Millionen Motoren weltweit.

Dabei zeigt sich, dass Honda immer wieder Innovativem zugeneigt ist, etwa der Hybridtechnik. Damit haben die Japaner schon im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends am Markt eifrig Erfahrungen gesammelt – wenngleich sich die ganz großen Erfolge mit den ausgewählten Mildhybridsystemen nicht einstellen wollten.

Vor zwei Jahren begann Honda einen neuerlichen Anlauf hinsichtlich der alternativen Antriebe: Den CR-V der neuesten Generation rüstete der Autobauer mit einem neuen Hybridsystem aus – im Vorjahr folgte der Kleinwagen Jazz. Und gegen Ende dieses Jahres wird der HR-V-Nachfolger in den Genuss des Triebwerksverbundes kommen. Die Techniker installieren in jedes Modell einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner und zwei Elektromotoren, die zusammen 131 PS Maximalleistung erzielen und ein maximales Drehmoment von 253 Newtonmetern stemmen, die ab 4500 Umdrehungen/Minute anliegen. Honda verspricht den künftigen HR-V-Kunden ein hohes Ansprechverhalten und eine „beeindruckende Kraftstoffeffizienz“ – nicht zuletzt dank der Verwendung von drei Fahrmodi. Beim Starten kommt etwa der ruhige Elektromodus zum Einsatz, in höheren Drehzahlregionen hilft der Verbrenner im so genannten Hybridmodus aus. Und bei konstant hohen Geschwindigkeiten agiert vorwiegend der Benziner.

Die e:HEV-Antriebstechnologie bedeutet nichts Gutes für drei Aggregate, die bisher im HR-V ihrem Bewegungsdrang nachkamen. Die beiden 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 130 und 182 PS sowie der 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 120 PS haben angesichts der Elektrifizierungsbemühungen von Honda keine rosigen Zukunftsaussichten – zumal die Asiaten bis 2022 alle Volumenmodelle in Europa „mit elektrifiziertem Antrieb“ auszustatten beabsichtigen.

Mit dem HR-V der zweiten Generation will Honda aber nicht nur technisch glänzen, sondern auch in puncto Ansehnlichkeit, in puncto Sicherheit und in puncto Komfort. Das frische Design mit den in Wagenfarbe gehaltenen Kühlergrilllamellen verdient jedenfalls ebenso Aufmerksamkeit wie die schmale C-Säule an den hinteren Flanken. Die vielgerühmten Magic Seats, die die Variabilität des Fahrzeugs und anderer Honda-Produkte kennzeichnen, bleiben im Programm, die Klimatisierung vermeidet direkte Belüftung der Passagiere und das Fahrerassistenzsystem-Konglomerat Honda Sensing darf mit einem umfassenden Update brillieren.


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