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Marke „beinkleid": Zu Gast beim Herrn des feinen Leders in St. Johann

Der 47-jährige Markus Ritsch führt die Familientradition weiter und fertigt in St. Johann unter seiner Marke „beinkleid“ Lederwaren von der Tasche bis zu Hose und Rock.

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Für Markus Ritsch ist die gezielte Auswahl des feinen Hirschleders von erheblicher Bedeutung.
© Mader

Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Ursprünglich stammt die Familie Ritsch aus Südtirol. Dort, in Lüsen, wurde Johann Ritsch im Jahre 1830 geboren. „Er war Gerber oder auch Lederer, wie man sagt, und ging, wie es früher der Brauch war, auf die Walz, um Arbeit zu suchen“, erzählt Markus Ritsch, der das St. Johanner Lederstadl betreibt. Eigentlich wollte sein Urgroßvater nach Mähren, machte aber in St. Johann Rast und hat dort bei einer Gerberei gearbeitet. Da der Besitzer aber keine Nachkommen hatte, bot er Johann den Betrieb zum Verkauf an. „So sind wir nach St. Johann gekommen“, weiß Ritsch. Auch sein Opa und sein Onkel waren Gerber – das Leder wurde dem 47-Jährigen quasi schon in die Wiege gelegt.

Seine Liebe zu dem tierischen Rohstoff merkt man dem gelernten Damen- und Herrenkleidermacher bei jedem Wort an: „Wir verarbeiten nur sämisch gegerbtes Hirschleder. Das wird mit Fischtran gegerbt und mit Blauholz gefärbt“, erklärt Markus, während er mit seinen Händen über die verschiedenen Häute streicht. Im Gegensatz zu den industriell hergestellten Lederwaren wird beim Sämisch-Gerben keine Chemie verwendet. „Das merkt man natürlich auch. Die Ware ist viel atmungsaktiver und auch der Tragekomfort ist anders. Zudem kommen zu mir auch immer wieder Kunden, die allergisch auf die Chemie in ihrer Lederhose reagieren“, sagt Markus.


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