Salzburg nach 3:0 gegen LASK zum 8. Mal ÖFB-Cup-Sieger

Im 86. Finale um den österreichischen Fußball-Cup haben sich die Salzburger Bullen verdient gegen den LASK durchgesetzt. Die Treffer steuerten Mergim Berisha (45.), Brenden Aaronson (67.) und Enock Mwepu (88.) bei.

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Jubel bei Salzburg nach dem 0:3 durch Enock Mwepu. APA/ERWIN SCHERIAU
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Klagenfurt – Red Bull Salzburg hat zum achten Mal den Fußball-ÖFB-Cup gewonnen. Die Truppe von Coach Jesse Marsch setzte sich am Samstagabend im Klagenfurter Wörthersee Stadion im Finale gegen den LASK verdient mit 3:0 (1:0) durch und durfte damit wie zuletzt auch 2020 und 2019 die Trophäe in die Höhe stemmen. Für die Entscheidung vor aufgrund der Coronavirus-Pandemie leeren Rängen sorgten Mergim Berisha (45.), Brenden Aaronson (67.) und Enock Mwepu (88.).

Die Salzburger, die sich sogar den Luxus eines vergebenen Elfmeters von Patson Daka (70.) leisten konnten, legten damit auch den Grundstein für das achte Double der Club-Geschichte. In der Bundesliga hat der Serienchampion vier Runden vor Schluss sechs Punkte Vorsprung auf Verfolger Rapid. Der achte Ligagewinn am Stück scheint nur Formsache zu sein. Sollte es dazukommen, hätte der Ligakrösus in den jüngsten acht Jahren 15 von 16 möglichen nationalen Titeln gewonnen. Für den nach Saisonende zum deutschen Topclub RB Leipzig abwandernden Marsch wäre das ein gelungener Abschluss seiner Amtszeit.

ÖFB-Cup-Finale: LASK - Salzburg 2 - Endstand 0:3

Tore: 0:1 (45.) Berisha

0:2 (67.) Aaronson

0:3 (88.) Mwepu

LASK: Schlager - Filipovic, Trauner, Andrade - Ranftl, Holland, Michorl (63. Grgic), Renner - Goiginger (63. Reiter), Eggestein (81. Altunbas), Balic

Salzburg: Stankovic - Kristensen, Ramalho, Wöber, Ulmer - E. Mwepu (89. Sucic), Bernede (89. Seiwald), Junuzovic (77. Bernardo), Aaronson (89. Okafor) - Berisha, Daka (72. Adeyemi)

Anm.: Daka scheiterte mit Foulelfmeter an Schlager (70.)

Gelbe Karten: Trauner, Holland, Schlager bzw. Ulmer, Wöber

Die Besten: Berisha, Junuzovic, Ramalho bzw. Schlager, Holland

Die Linzer hatten zum vierten Mal in Folge in einem Cup-Finale das schlechtere Ende und müssen weiter seit dem Double 1965 auf einen nationalen Titel warten. Für Trainer und Sportchef Domnik Thalhammer blieb ein Befreiungsschlag aus. Sein in der Liga viertplatziertes Team hat nur eines der jüngsten acht Pflichtspiele gewonnen, fünfmal in Folge ging man nicht als Sieger vom Feld. Gegen Salzburg zog man in einem Pflichtspiel zum siebenten Mal nacheinander den Kürzeren.

Salzburger erarbeiteten sich Übergewicht

Pressing und Gegenpressing, flottes Geschehen, viel Aggressivität, kurze Ballbesitzzeiten. Die Partie begann vor den Augen von ÖFB-Teamchef Franco Foda genauso wie man das im Vorfeld erwartet hatte. Während Chancen in den ersten 20 Minuten nicht vorhanden waren, erarbeiteten sich die Salzburger danach allmählich ein Übergewicht. Die Folge war auch ein klares Plus an Möglichkeiten. Nach dem ersten Eckball im Spiel von Zlatko Junuzovic fand Berisha mit einem Kopfball seinen Meister in LASK-Tormann Alexander Schlager (22.).

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Alexander Schlager (LASK /unten) und Mergim Berisha (Salzburg).
© APA/ERWIN SCHERIAU

Vier Minuten später brachte Aaronson den Ball nach einem Junuzovic-Lochpass noch an Schlager vorbei, dieser fand aber nicht den Weg ins Tor. Auch bei Chance Nummer drei war Routinier Junuzovic als Einfädler aktiv, nach dessen Flanke auf die zweite Stange versuchte Daka aufzuköpfeln, anstatt aus guter Position selbst abzuschließen (30.). Antoine Bernede versuchte es mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, blieb aber auch im Abschluss glücklos (32.), wie auch Berisha, dessen Freistoß aus 25 Metern im Außennetz landete (44.).

Bundesliga-Dritter spielt in der Europa-League-Qualifikation

Für die Bundesliga-Konkurrenz hat sich das Daumendrücken ausgezahlt. Mit dem Cupsieg von Salzburg gegen den LASK (3:0) steht quasi fest, dass der Meisterschaftsdritte das Ticket für das Europa-League-Play-off "erbt". Bei noch vier zu spielenden Runden ist davon auszugehen, dass die Salzburger unter den Top zwei landen. Für den Dritten bedeutet ein frühes Ausscheiden im schlechtesten Fall eine Teilnahme am neu geschaffenen Conference-League-Bewerb (Gruppenphase).

Der Ligavierte tritt fix in der 3. Qualifikationsrunde zur Conference League an. Der Fünfte muss im Kampf um den zweiten ECL-Quali-Platz im Liga-Play-off gegen den Gewinner des Duells zwischen dem Siebenten und Achten - also den beiden Topteams der Qualifikationsgruppe - antreten.

Für seine Offensivbemühungen belohnt wurde der Favorit aber noch und das in sehenswerter Manier. Junuzovic mit einer weiten Flanke und Andreas Ulmer mit einer Kopfballweiterleitung leiteten das Tor ein, Daka ließ das Leder gekonnt durch, Berisha richtete es sich her und traf aus 15 Metern volley ins Eck. Die Linzer blieben im Spiel nach vorne farblos und in der Defensive sorgten einige Fehlpässe beim Herausspielen für Möglichkeiten aufseiten der Salzburger.

Jubel bei Andreas Ulmer (Salzburg /rechts) nach dem 0:2 durch Brenden Russel Aaronson (Salzburg).
© APA/ERWIN SCHERIAU

Mwepu machte Sieg perfekt

Kurz nach dem Seitenwechsel kamen die Linzer nur einmal an den Ausgleich heran, Peter Michorl zielte da zu zentral auf Cican Stankovic (56.). Sonst konnten sich nur die Salzburger offensiv in Szene setzen und das immer besser je mehr Räume sie vorfanden. Schlager parierte noch einen Berisha-Schuss aufs kurze Eck (59.). Acht Minuten später war alles klar. Die Salzburger schalteten über Daka und Berisha schnell um und Aaronson schloss aus 15 Metern überlegt ins Eck ab.

In Minute 69 stießen Schlager und Berisha im Strafraum zusammen, Schiedsrichter Walter Altmann entschied auf Elfmeter. Der LASK-Goalie parierte den in die Mitte geschossenen Strafstoß von Daka glänzend mit dem Fuß. Am Spielgeschehen änderte sich deshalb aber nichts mehr. Für den Schlusspunkt sorgte Mwepu nach einem Bilderbuchkonter und Adeyemis Idealzuspiel. Salzburg, das auf dem Weg zum Titel gleich fünf Bundesligisten besiegen musste, blieb somit wie auch zuletzt in den Endspielen gegen Rapid (2:0) und letztes Jahr Zweitligist Austria Lustenau (5:0) ohne Gegentreffer. (APA)

💬 Reaktionen

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Wir waren bereit für den schnellen Start des LASK. Die Führung war ganz wichtig, dann haben wir gedacht, dass wir mehr mit unserer Power kommen können. Wir haben sehr gut verteidigt und das ganze Spiel sehr gut gespielt. Ich freue mich sehr für unsere Jungs, noch einen Titel zu holen ist ein gutes Gefühl. LASK gegen Salzburg ist fast kein Fußballspiel, fast nur laufen, kämpfen, gegen den Ball arbeiten, ein intensives Spiel. Jede Aktion bedeutet etwas. Wir haben so viel Respekt vor dem LASK und viel gelernt aus den letzten Spielen gegen den LASK. Ich freue mich nicht nur über den Titel, sondern auch über das Spiel. Die Mentalität ist stark, die Spieler haben in den wichtigsten Spielen fast immer ihre beste Leistung abgeliefert."

Zlatko Junuzovic (Salzburg-Spieler): "Wir haben gewusst, wenn wir in Führung gehen, wird es sehr schwer gegen uns, dass wir das Spiel noch verlieren. Es kommt immer auf die Intensität an, wie wir ins Spiel reinfinden. Das war heute sehr gut. Wir haben gewusst, der LASK wird alles investieren, wie immer gegen uns. Wir haben super dagegengehalten. Der Sieg geht vollkommen in Ordnung. Wir haben eine unglaubliche Defensivleistung abgeliefert und nach vorne wissen wir, dass wir immer Tore schießen können. Wir haben im letzten halben, dreiviertel Jahr defensiv noch mal zugelegt. Jeder weiß um seine Rolle und was wichtig ist. Und vorne haben wir unglaubliche Waffen. Es ist geil, sehr emotional - schade, dass keine Fans da sind."

Gernot Trauner (LASK-Kapitän): "Gratulation an Salzburg, der Sieg war absolut verdient. Von uns war es in vielen Belangen zu wenig. Wir haben uns einiges vorgenommen, erste Halbzeit größtenteils auch gut verteidigt, aber für zu wenig Entlastung gesorgt, es vermissen lassen in Ballbesitz Erholungsphasen reinzubekommen. Wir haben in Ballbesitz viel zu wenig auf den Platz gebracht, wenn man den Cup gewinnen will. Wir haben sehr viel investieren müssen gegen den Ball, hätten öfters die Bälle halten müssen. Wenn du nur nachläufst, geht dir irgendwann die Puste aus. Salzburg war die frischere und reifere Mannschaft."

Alle bisherigen ÖFB-Cup-Finalspiele

1919: RAPID - Wr. Sportclub 3:0

1920: RAPID - SC Amateure (Austria) 5:2

1921: SC AMATEURE (Austria) - Wr. Sportclub 2:1

1922: WIENER AF - SC Amateure (Austria) 2:1

1923: WR. SPORTCLUB - Wacker Wien 3:1

1924: SC AMATEURE (Austria) - Slovan 8:6

1925: AUSTRIA WIEN - Vienna 3:1

1926: AUSTRIA WIEN - Vienna 4:3

1927: RAPID - Austria Wien 3:0

1928: SC ADMIRA - Wiener AC 2:1

1929: VIENNA - Rapid 3:2

1930: VIENNA - Austria Wien 1:0

1931: WIENER AC (nach Punkten ausgetragen)

1932: ADMIRA WIEN - Wiener AC 6:1

1933: AUSTRIA WIEN - BAC Wien 1:0

1934: ADMIRA WIEN - Rapid 8:0

1935: AUSTRIA WIEN - Wiener AC 5:1

1936: AUSTRIA WIEN - Vienna 3:0

1937: VIENNA - Wr. Sportclub 2:0

1938: SCHWARZ-ROT (WAC) - Wr. Sportclub 1:0

1939 bis 1945 nicht ausgetragen

1946: RAPID - Vienna 2:1

1947: WACKER WIEN - Austria Wien 4:3

1948: AUSTRIA WIEN - Sturm Graz 2:1

1949: AUSTRIA WIEN - Vorwärts Steyr 5:2

1950 - 1958: nicht ausgetragen

1959: WIENER AC - Rapid 2:0

1960: AUSTRIA WIEN - Rapid 4:2

1961: RAPID - Vienna 3:1

1962: AUSTRIA WIEN - Grazer AK 4:1

1963: AUSTRIA WIEN - Linzer ASK 1:0

1964: ADMIRA ENERGIE - Austria Wien 1:0

1965: LINZER ASK - Wr. Neustädter SC 1:0,1:1

1966: ADMIRA ENERGIE - Rapid 1:0

1967: AUSTRIA WIEN - Linzer ASK 1:0,0:1,Los

1968: RAPID - Grazer AK 2:0

1969: RAPID - Wr. Sportclub 2:1

1970: WACKER INNSBRUCK - Linzer ASK 1:0

1971: AUSTRIA WIEN - Rapid 2:1

1972: RAPID - Wr. Sportclub 1:2,3:1

1973: SSW INNSBRUCK - Rapid 1:0,1:2

1974: AUSTRIA WIEN - Austria Salzburg 2:1,1:1

1975: SSW INNSBRUCK - Sturm Graz 3:0,0:2

1976: RAPID - SSW Innsbruck 1:0,1:2

1977: AUSTRIA WIEN - Wr. Sportclub (2. Liga) 1:0,3:0

1978: SSW INNSBRUCK - VOEST Linz 1:1,2:1

1979: SSW INNSBRUCK - Admira Wacker 1:0,1:1

1980: AUSTRIA WIEN - Austria Salzburg 0:1,2:0

1981: GRAZER AK - Austria Salzburg 0:1,2:0

1982: AUSTRIA WIEN - SSW Innsbruck 1:0,3:1

1983: RAPID - SSW Innsbruck 3:0,5:0

1984: RAPID - Austria Wien 1:3,2:0

1985: RAPID - Austria Wien 3:3 n.V./Elfer 6:5

1986: AUSTRIA WIEN - Rapid 6:4 n.V.

1987: RAPID - FCS Tirol 2:0,2:2

1988: KREMSER SC (2.) - FCS Tirol 2:0,1:3

1989: FCS TIROL - Admira Wacker 0:2,6:2

1990: AUSTRIA WIEN - Rapid 3:1 n.V.

1991: SV STOCKERAU (2.) - Rapid 2:1

1992: AUSTRIA WIEN - Admira Wacker 1:0

1993: WACKER INNSBRUCK - Rapid 3:1

1994: AUSTRIA WIEN - FC Linz (2.) 4:0

1995: RAPID - DSV Leoben (2.) 1:0

1996: STURM GRAZ - Admira Wacker 3:1

1997: STURM GRAZ - Vienna (2.) 2:1

1998: SV RIED - Sturm Graz 3:1

1999: STURM GRAZ - Linzer ASK 1:1 n.V./Elfer 4:2

2000: GRAZER AK - SV Salzburg 2:2 n.V./Elfer 4:3

2001: FC KÄRNTEN (2.) - FC Tirol 2:1 n.V.

2002: GRAZER AK - Sturm Graz 3:2

2003: AUSTRIA WIEN - FC Kärnten 3:0

2004: GRAZER AK - Austria Wien 3:3 n.V./Elfer 5:4

2005: AUSTRIA WIEN - Rapid 3:1

2006: AUSTRIA WIEN - Mattersburg 3:0

2007: AUSTRIA WIEN - Mattersburg 2:1

2008: *

2009: AUSTRIA WIEN - FC Admira (2.) 3:1 n.V.

2010: STURM GRAZ - Wiener Neustadt 1:0

2011: SV RIED - Austria Lustenau (2.) 2:0

2012: RED BULL SALZBURG - SV Ried 3:0

2013: FC PASCHING (3.) - Austria Wien 1:0

2014: RB SALZBURG - SKN St. Pölten (2.) 4:2

2015: RB SALZBURG - Austria Wien 2:0 n.V.

2016: RB SALZBURG - Admira Wacker Mödling 5:0

2017: RB SALZBURG - Rapid 2:1

2018: STURM GRAZ - RB Salzburg 1:0 n.V.

2019: RB SALZBURG - Rapid 2:0

2020: RB SALZBURG - Austria Lustenau (2.) 5:0

2021: RB SALZBURG - Lask 3:0

Cupsieger seit 1919 (18 Clubs):

27 x Austria Wien (zuletzt 2009)

14 x Rapid (1995)

8 x Salzburg (2021)

7 x FC Tirol (1993)

5 x Admira Wacker (1966), Sturm Graz (2018)

4 x Grazer AK (2004)

3 x Wiener AC (1959)

Vienna (1937)

2 x SV Ried (2011)

1 x Wacker Wien (1947)

Wiener AF (1922)

Wr. Sportclub (1923)

Linzer ASK (1965)

Kremser SC (1988)

SV Stockerau (1991)

FC Kärnten (2001)

FC Pasching (2013)

Double-Gewinner seit 1919 (9):

10 x Austria Wien (zuletzt 2006)

7 x Salzburg (2020)

6 x Rapid (1987)

4 x Admira (1966)

3 x Tirol (1989)

1 x Wacker Wien (1947)

Linzer ASK (1965)

Sturm Graz (1999)

Grazer AK (2004)

* = Der Cup wurde zugunsten einer längeren Vorbereitung auf die

EURO 2008 nicht ausgetragen.

In Klammern: Ligazugehörigkeit unterklassiger Vereine seit der

erstmaligen Austragung einer gesamtösterreichischen Liga 1950.

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