Künstlerin Evamaria Müller hört in Schwaz genau hin

Mit einem lautstarken Werk zum Lahnbach will die erste Schwazer Stadtkünstlerin aufhorchen lassen.

  • Artikel
  • Diskussion
Evamaria Müller tobt sich im Atelier „Yellow Room“ als erste Schwazer Stadtkünstlerin aus.
© Stadt Schwaz

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Der Bach rauscht leise. Der Wind raschelt durch die Blätter der Bäume. Der Kies knirscht unter den Schuhen der Spaziergänger. Ein Kind lacht quietschend vor Freude über ein Eichhörnchen. In der Mitte all dieser Geräusche am Schwazer Lahnbach steht ein Mikrophon. Unweit davon wartet Evamaria Müller und freut sich über jeden Ton, jeden Klang. Die Künstlerin will nämlich ein experimentelles Hörstück schaffen, das die Interaktion der Schwazer mit dem Lahnbach aufzeigt.

Erstmals hat die Stadt Schwaz heuer ein Stipendium für professionell orientierte Künstler geschaffen. Die Stadt übernimmt Kost und Logis, es gibt 3000 € Förderung und im Atelier (Yellow Room) viel Raum zum Entfalten. So will man Künstler aktiv unterstützen. Müller hat die Jury überzeugt und ist seit April die erste Schwazer Stadtkünstlerin.

Die gebürtige Vorarlbergerin lebt seit einigen Jahren in Wien. „Die Ausschreibung hat mich sofort angesprochen. Ich arbeite gerne ortsspezifisch“, sagt Müller. Zudem ist sie sehr naturverbunden, daher hat der Lahnbach mitten in der Stadt sie wohl sofort in seinen Bann gezogen. „Die Geschichte dieses Bachs ist total interessant, die Konflikte, aber auch wie die Leute mit dieser Landschaft interagieren“, erzählt Müller. Genau das will sie kunstvoll aufbereiten. Ihre ersten Tonaufnahmen wurden schon neugierig beobachtet. „Im nächsten Schritt verarbeite ich die Sounds, füge sie zusammen und verarbeite den recherchierten Text“, verrät die Künstlerin. Laut Kulturreferentin Iris Mailer-Schrey wird es ein sehr spannendes Werk.

Müllers erster Eindruck von Schwaz war übrigens gut hörbar: „Es ist eine überraschend sehr laute Stadt.“ Dabei meine sie nicht nur die „vielen Baustellen“, sondern auch: „Hier wird wirklich gelebt, es sind immer Leute unterwegs.“

TT-ePaper gratis lesen und ein E-Bike gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen. Der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Am 19. Mai soll ihre „Klangwolke“ erlebbar werden. Ein Stipendium für den Stadtkünstler 2022 ist bereits fix.


Kommentieren


Schlagworte