Novartis öffnet Life-Science-Park und holt „Player" BASF an Standort Kundl

Novartis öffnet seine Standorte Kundl und Schaftenau auch für andere Life-Scienes-Firmen -und setzt gleich einen Paukenschlag für Tirol.

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In Kundl und Schaftenau hat Novartis 4500 Arbeitsplätze.
© Novartis

Kundl ‒ Der Ausbau der Antibiotika-Produktion, der demnächst anlaufende Start der Impfstoff-Produktion für Curevac, eine neue große Zellkultur-Anlage und der Ausbau zu einem Kompetenzzentrum für die Nukleinsäure-Produktion: Novartis hat in den letzten Monaten gleich mehrfach sehr positive Nachrichten für den Standort Tirol vermeldet.

Gestern ließ Novartis das nächste Mal aufhorchen: An weltweit acht Kern-Standorten öffnet sich der Schweizer Pharma-Riese auch für externe Unternehmen und Forschungseinrichtungen, darunter auch in Kundl und Schaftenau. Laut dem Geschäftsführer der Tiroler Standorte, Mario Riesner, plant man einen Technologie-Campus durch die Ansiedelung von Firmen aus dem Bereich Life Sciences.

Die interessierten Firmen und Forschungseinrichtungen könnten von der Infrastruktur und den Vorteilen des Standorts partizipieren. Teilweise gebe es Gebäude, Hallen, Anlagen und auch Grünflächen für Projekte, so Riesner. Angesprochen seien Firmen, Uni-Spin-offs oder Start-ups, so könne ein noch attraktiverer Forschungs- und Produktionsstandort entstehen, ist Riesner überzeugt.

"Weiteres positives Signal für den Wirtschaftsstandort"

"Mit der Öffnung des Areals ermöglicht Novartis die Ansiedlung von Unternehmen, die voneinander profitieren können und die noch mehr Wertschöpfung nach Tirol bringen." In Kundl und Schaftenau hat Novartis über 4500 Beschäftigte, in den kommenden fünf Jahren sollen zwischen einer halben und einer Milliarde investiert werden. "Tirol ist für unser Produktionsnetzwerk einer der wichtigsten Standorte weltweit. Mit der Weiterentwicklung zum Life-Science-Park setzen wir ein weiteres positives Signal für den Wirtschaftsstandort", sagt Steffen Lang, Leiter von Novartis Technical Operations und Mitglied der Novartis-Konzernleitung.

Als erstes externes Unternehmen wird sich der BASF-Konzern (er hat weltweit über 100.000 Mitarbeiter) im Rahmen des Life-Science-Parks in Kundl ansiedeln. BASF wird in eine Anlage zur Produktion von bakteriellen Enzymen investieren und damit die Herstellung von Enzymen und Biotech-Produkten am Standort weiter ausbauen. BASF wird sich laut Riesner in vier bis fünf Gebäuden auf einige Jahrzehnte einmieten.

Dem Vernehmen nach soll vorerst bereits ein größerer zweistelliger Millionenbetrag investiert werden, zum Produktionsstart 2024 sollen 30 Jobs entstehen. Der Standort Kundl verfüge über 75 Jahre Biotechnologie-Erfahrung und eine sehr gute Infrastruktur mit großem Know-how", erklärt BASF-Topmanager Michael De Marco. BASF wolle weiteres Wachstum ausschöpfen und sich in der Region stark einbringen.

Freude über die Ansiedlung herrscht beim Land Tirol. Novartis setze einen weiteren wichtiger Impuls für den Wirtschafts-und Forschungsstandort Tirol. Der Bereich Life Science habe bereits 11.000 Beschäftigte und einen Branchenumsatz von 2,25 Mrd. Euro, sagt LH Günther Platter.

📽️ Video | Novartis kooperiert in Kundl mit BASF


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