Mandatare auf der Suche nach dem Finanzausschuss

Der Wängler Finanzausschuss soll den Voranschlag 2021 durchleuchten. Vorab musste aber geklärt werden, wer überhaupt im Ausschuss sitzt.

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Der Wängler Gemeinderat hat den Haushaltsvoranschlag für 2021 nicht genehmigt und diesen zur Durchsicht an den Finanzausschuss weitergeleitet. Dabei war völlig unklar, wer im Ausschuss sitzt.
© Tschol

Wängle – Dass das Gesprächsklima zwischen dem Wängler Bürgermeister und den Mandataren zuweilen sehr unterkühlt ist, wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich und resultierte im Misstrauensantrag aller Gemeinderäte und Gemeindevorstände gegen den Ortschef (die TT berichtete).

Nicht immer gibt es Reibereien. Zwischendurch herrscht sogar Einigkeit. So stimmten die Mandatare in ein und derselben Sitzung der Anstellung einer zusätzlichen Assistenzkraft für den Kindergarten ebenso einstimmig zu wie den festgesetzten Beträgen zur Förderung von Vereinen, Organisationen und Institutionen.

Weiter warten muss hingegen der Haushaltsvoranschlag 2021. Dieser wurde auch diesmal im Gemeinderat Wängle nicht beschlossen. „Der Voranschlag hat 182 Seiten. Ich hab ihn aufgemacht und bin erst mal erschrocken. Er ist super gemacht, aber ich bin da echt überfordert“, meinte etwa GR Renate Thurner. GV Paul Barbist forderte eine genauere Aufstellung der Investitionen und kritisierte das Fehlen der Rechnungsabschlüsse 2020 und 2019: „Da hätte man einen Vergleich.“

Und dann sorgten die Mandatare für eine echte Posse und zahlreiche schmunzelnde Gesichter im Zuschauerraum. Grund dafür war die Idee, der Finanzausschuss solle das Werk gemeinsam mit Amtsleiter Wilfried Weirather einmal komplett durchsprechen und anschließend dem Gemeinderat eine Empfehlung aussprechen. „Die Ausschüsse werden viel zu selten einbezogen“, monierte GV Barbist. Zustimmendem Nicken folgte die Frage, wer denn im Finanzausschuss sei. Eine Antwort blieb aus. Schulterzucken. Wer ist denn Obmann des Finanzausschusses? Abermals Schulterzucken. „Ich glaub’, ich bin im Finanzausschuss, aber nicht, dass ich noch Obfrau bin“, meinte GR Thurner mit einer großen Portion Selbstironie.

Die Frage nach dem Ausschussobmann bzw. der -obfrau blieb bis Sitzungsende unbeantwortet. Der 182 Seiten umfassende Voranschlag wanderte ungenehmigt mit Amtsleiter Weirather zurück in die Gemeindestube.

Inzwischen konnte Licht ins Dunkel gebracht werden. Dem Finanzausschuss der Gemeinde Wängle steht tatsächlich Renate Thurner als Obfrau vor. GV Klaus Lochbihler und GR Andrea Weirather vervollständigen das Gremium, welches sich nun gemeinsam mit dem Chef der Finanzverwaltung, Amtsleiter Wilfried Weirather, durch das Feld geplanter Ausgaben und prognostizierter Einnahmen ackern wird.

Damit tritt der Finanzausschuss nach mehr als fünf Jahren Amtszeit erstmals zusammen.


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