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Man kann das Rad immer wieder neu erfinden

Mobile Küchen, ein Roller für Senioren und Holz statt Carbon – drei Unternehmen aus Tirol, Norddeutschland und Oberösterreich zeigen, dass der Drahtesel noch für Überraschungen gut ist.

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Ein Roller für Senioren, mobile Küchen und Holz statt Carbon.
© Sollso, Salzburgmilch, My Esel

Von Matthias Christler

Essen auf Rädern hat jetzt einen neuen Geschmack: Als Vorspeise gibt es Falafel, danach einen frisch zubereiteten Burger, vielleicht mit einem Bier aus der mobilen Zapfanlage und hinterher wird der Kaffee heruntergelassen und das hippe „Rolled Ice“ direkt auf der Arbeitsfläche zubereitet. Appetit bekommen? Mit den unterschiedlichen Gastro-Rädern von Paul Kogelnig und Ernst Stockinger, kurz „paul&ernst“, sind der kulinarischen Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die ehemaligen Schulfreunde haben ein System entwickelt, das es ihnen ermöglicht, Lastenräder in kleine Küchen für alle denkbaren Anwendungen zu verwandeln. „Unsere Module sind wie der Ikea-Pax-Schrank, aber für Street Food Bikes“, zieht Kogelnig den Vergleich mit dem großen schwedischen Möbelbauer.

Der Tiroler sagt das nicht ohne Grund. Einerseits hat der gelernte Tischler auch Erfahrung mit Möbeldesign, andererseits stecken wie bei Ikea die Innovationen im Detail. Im Grunde sind die Gastro-Räder ja den Garküchen in Asien ähnlich, aber durch die meist eingebauten E-Motoren viel mobiler und durch ein Patent auch näher an einer echten Hightech-Küche als an einer kleinen Kochstelle im Freien. „Der Kippmechanismus, mit dem wir den Deckel öffnen und auf dem Fahrradsattel abstützen, damit wir eine doppelt so große Arbeitsfläche bekommen, ist europaweit patentiert“, erklärt Stockinger nicht ohne Stolz.


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