Covid-Krise lässt Einkäufe im Netz stark anwachsen

Die Österreicher gaben 2020 online 8,4 Mrd. Euro aus, eine Steigerung von 1,2 Mrd. Euro gegenüber 2019.

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In Österreich ist die Zahl der Online-Shopper im Corona-Krisenjahr 2020 auf insgesamt 4,4 Mio. Konsumenten angestiegen
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Wien – Laut einer Online-Shopping-Studie der JKU Johannes Kepler Universität Linz ließ die Covid-19-Krise die Zahl der Online-Shopper in Österreich auf 4,4 Mio. steigen. Das entspricht 66 % in der Zielgruppe 16 bis 74 Jahre – um 4 Prozent-Punkte mehr als noch im Jahr davor. „Die Online-Revolution ist zwar ausgeblieben, jedoch hat die Corona-Pandemie den Trend zum Online-Shopping beschleunigt“, erklärte Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der WKO, am Mittwoch. Trotz Lockdowns und der strengen Schutzmaßnahmen sei der Einkauf in den Geschäften aber weiterhin dominierend und gelte als die beliebteste Form des Shoppings.

Der stationäre Einzelhandel ist trotz Lockdown nach wie vor der dominierende Einkaufskanal.
Rainer Trefelik (Handelsobmann WKÖ)

„Die Corona-Pandemie lässt die Online-Ausgaben in Österreich sprunghaft ansteigen“, so Christoph Teller von der Johannes Kepler Universität Linz (JKU). Bedingt durch die Lockdowns überspringe der Anteil der Online-Ausgaben erstmals die 10-%-Marke und stieg mit 11,3 %“ auf insgesamt 8,4 Mrd. Euro. Das bedeutet ein Plus von 1,2 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr. Aber man dürfe nicht vergessen, dass auch im Corona-Jahr 2020 in Österreich 88,7 % (EU-weit 90,2 %) der Einzelhandelsausgaben in Ladengeschäfte geflossen seien. „Der stationäre Einzelhandel ist nach wie vor der dominierende Einkaufskanal“, betont Tefelik. Online- und stationärer Handel würden zudem immer mehr verschmelzen, so der Handelsobmann. So sei der Online-Einkauf ein Zielkauf, während es im stationären Handel auch um das Erlebnis gehe, das die Menschen schätzen würden. Allerdings brauche es dringend Maßnahmen, um für die lokalen Geschäfte faire Rahmenbedingungen auf nationaler und globaler Ebene zu schaffen. Abzuwarten bleibe, inwieweit die Online-Ausgaben nach der Covid-19-Krise weiterhin überdurchschnittlich stark ansteigen werden oder ob die Dynamik wieder abflachen wird. Experte Ernst Gittenberger von der JKU sieht längerfristig einen Anteil von über 15 % als realistisch an.

Österreicher hängen sehr am Bargeld

In Österreich zahlen 47 % der Konsumenten laut dem Shopping-Dienstleister Klarna bevorzugt mit Bargeld. Im internationalen Schnitt sind es hingegen nur 30 %. Den Grund dafür sieht der Zahlungsdienstleister Paysafe auch im Unwillen vieler Menschen, beim Zahlen Daten zu übermitteln. Laut deren Umfrage wollen 51 % keine Daten beim Online-Bezahlen übermitteln. Zudem geben 29 % der Befragten an, heute mehr als vor einem Jahr zu befürchten, persönlich Opfer von Betrug im Internet zu werden.

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