Landwirtschaftsschule Imst: So schmeckt Europa

Die Landwirtschaftsschule des Oberlandes möchte EU-Botschafterschule werden. Für die Schüler stehen auch Themen wie Friedensprojekt und Reisefreiheit im Mittelpunkt.

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Die LLA Imst, die Landwirtschaftsschule des Oberlandes, bewirbt sich als EU-Botschafterschule. Gemeinsam mit MEP Barbara Thaler stellte LLA-Direktor Thomas Moritz die ersten Schritte vor.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Imst – Die aktuelle Woche stellt schon etwas Spezielles für Europa dar: Hier finden sich Tage, die als die Wurzeln des heutigen Europas anzusehen sind. Denn am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation Hitlerdeutschlands, am 5. Mai 1949 wurde der Europarat gegründet und der 9. Mai 1950 gilt als das Gründungsdatum der heutigen Europäischen Union. Kein Wunder also, dass die Landwirtschaftliche Landeslehranstalt (LLA) Imst den gestrigen Mittwoch für ihre Auftaktveranstaltung zur Bewerbung als EU-Botschafterschule auswählte. Als Generalthema wählte die LLA Imst „So schmeckt Europa“. Der koordinierende Fachlehrer Michael Pauli erläutert: „Es geht dabei nicht nur darum, was uns an Europa schmeckt – sondern wir beschäftigen uns auch damit, was uns aufstößt.“ Dazu lud die Schule von Direktor Thomas Moritz am Mittwoch die Tiroler ÖVP-Abgeordnete zum Europäischen Parlament (MEP), Barbara Thaler, nach Imst.

Natürlich steht in dieser Woche als Erstes der kulinarische Aspekt im Mittelpunkt: „Am Speiseplan der Schule stehen in dieser Woche durchwegs Gerichte aus den Gründerstaaten der EU“, erklärt Pauli. Worum geht es bei einer EU-Botschafterschule? Man halte immer wieder Veranstaltungen rund um das Thema Europa ab, sowohl Schüler als auch Lehrer beschäftigen sich intensiv damit. Und an verschiedenen Info-Points erhalten die Schüler immer wieder Informationen rund um aktuelle europäische Anliegen und Institutionen. Ein Höhepunkt soll der Besuch des EU-Parlaments werden, freut sich Direktor Moritz schon auf den Weg seiner LLA zur EU-Botschafterschule. Gerade als Landwirtschaftsschule, die sich seit diesem Schuljahr insbesondere als Genussschule versteht, gilt es auch, etwas den Geschmack Europas mitzugestalten. Es gehe vor allem darum, kritisch zu sein: „Europa bringt uns viele Vorteile. Aber man muss bei Europa auch genau hinschauen und erkennen, wo wir unseren Beitrag leisten können“, ergänzt Pauli.

MEP Thaler zeigte sich von der kurzen Führung durch die LLA Imst beeindruckt: „Es ist toll, was die LLA auf die Beine stellt.“ Die Schüler präsentierten auch ihre Erwartungen gegenüber der EU. Dabei wurden etwa Themen wie Problemwölfe und eine Lösung auf europäischer Ebene oder auch der Transitverkehr angesprochen.

„Gleichberechtigung, Zusammenhalt Europas, Frieden erhalten, Umgang mit Flächenverbrauch“ sind etwa Bereiche, die Schülerin Antonia Walch spontan einfallen, wenn sie an ihre Erwartungen an Europa denkt. Das Friedensprojekt ist auch für Mitschüler Florian Siegele das Wichtigste, was Europa hervorgebracht hat. Und das sei „erstrebenswert“.

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Ein weiteres Thema, auf das MEP Thaler angesprochen wurde, ist „die Reisefreiheit“. Diese leide insbesondere aufgrund der Corona-Pandemie. „Das ist sicher eine der größten Herausforderungen“, erklärt Thaler. Das „grüne Zertifikat“, an dem derzeit gearbeitet wird, ist für die Europaabgeordnete das geeignete Mittel, das „eine Rückkehr zum normalen Reisen“ ermöglichen könne.


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