Schaffer von NFL-Einsätzen für die Chicago Bears überzeugt

Der 2,02 Meter große und rund 136 Kilogramm schwere Wiener will sich im Sommercamp von Chicago beweisen und sieht sich als Prototyp für das Bears-Spiel.

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Auf dem Weg in die NFL: Thomas Schaffer.
© GRANT SHORIN/ISIPHOTOS.COM

Wien/Chicago - Seinem Ziel einer Karriere in der besten Football-Liga der Welt ist Thomas Schaffer mit der Vertragsunterzeichnung beim NFL-Team Chicago Bears entscheidend näher gerückt. Eine Einsatzgarantie hat der Defensive-Line-Spieler dadurch zwar noch lange nicht, doch der 24-jährige Wiener ist davon überzeugt, den harten Auswahlprozess im Sommercamp in der Saisonvorbereitung zu überstehen.

"Ich bin mir sicher, dass ich dort einen Platz erkämpfen werde", sagte Schaffer am späten Mittwochabend bei einem virtuellen Medientermin. Football sei nun endgültig sein Beruf, meinte der Stanford-Absolvent, und dem werde er alles unterordnen.

Ich habe jetzt ein bisschen weniger als drei Monate noch, um in die beste Form meines Lebens zu kommen. Ich habe das Gefühl, dass ich physisch noch nicht einmal nah an dem bin, wo ich sein kann.
Thomas Schaffer

Seinen Platz im Kader will er sich mit Professionalität und der ihm anerzogenen Sieger-Mentalität erkämpfen. "Dann bin ich einer, der es nicht nur dorthin schaffen will, sondern einer, der auch starten will." Damit würde Schaffer zum ersten Österreicher mit NFL-Einsätzen avancieren, der nicht auf der Spezialposition des Kickers beheimatet ist.

Beim Draft 2021 gehörte der Paradeathlet nicht zu den 259 Auserwählten. Doch noch während die Talente-Wahl am Laufen war, deponierte Chicago sein Angebot am freien Markt. In der sechsten von sieben Runden kam ein Anruf, erzählte Schaffer und berichtete vom Gespräch mit den Chicago-Verantwortlichen: "Sie haben mir geradeheraus gesagt: Ich bin der Nummer-eins-Typ für sie. Die Bears haben sich in mich verliebt. Sie haben gewusst, dass sie mich billig - also ungedrafted - kriegen können."

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Österreich muss damit zwar weiter auf seinen ersten Spieler mit Draft-Siegel warten. Dass er es nicht in die 'Verlosung' geschafft hat, stört Schaffer laut eigenem Bekunden aber nicht. Zumal man das "richtige Geld" beim zweiten Vertrag verdiene. "Jetzt muss ich der ganzen NFL beweisen, dass sie einen großen Fehler gemacht haben." Der 2,02 Meter große und rund 136 Kilogramm schwere Mann sieht sich als Prototyp für das Bears-Spiel. "Das System ist genau dasselbe, das wir in Stanford spielen. Ich bin athletisch und lang. Das ist perfekt für dieses System."

"Thomas bringt alles mit, was ein NFL Spieler auf seiner Position braucht. 202 cm Körpergröße und 138 kg Kampfgewicht kann man niemandem beibringen", meint auch Österreichs Nationaltrainer Maximilian Sommer. Schaffer bringe auch das mentale Rüstzeug mit, um zu bestehen. "Verlässlich, intelligent, starker Wille und auf einer Mission. Diese Tugenden findest du selten und schon gar nicht in der zweiten Reihe deines Kaders, wo ich Thomas aktuell sehe in der NFL."

Vergleiche mit Schwarzenegger

Im Sommercamp der Bears wird Schaffer Heimvorteil genießen. In Lake Forest, einer Kleinstadt nördlich von Chicago, hatte der frühere Nachwuchsspieler der Rangers Mödling nach seinem Wechsel in die USA von 2013 bis 2016 die Highschool besucht. Die Trainingsplätze des NFL-Teams waren damals nur "ein Feld und einen Hügel" entfernt.

"Es ist wirklich lustig, dass die Bears die ganze Zeit neben mir waren und ich jetzt dorthin zurückgehe." Übertragen auf Österreich meinte Schaffer. "Jetzt bin ich wieder im selben kleinen Waldviertel." Am 12. Mai schon fliegt er für ein "Minicamp" mit Medizincheck ein, eventuell bezieht er gleich bis zum Auswahl-Camp Mitte/Ende Juli dort Station.

Seine Faible für die Green Bay Packers soll quasi mit der Vertragsunterzeichnung für seinen neuen Verein geendet haben. "Ich bin jetzt eben ein früherer Packers-Fan, so funktioniert das", erklärte Schaffer in einer Tonlage, die neben vielen Anglizismen in seinen Sätzen doch ein wenig an Arnold Schwarzenegger erinnert. Vergleiche mit Arnie kämen vor, so Schaffer, in puncto Selbstvertrauen fehlt auf den Terminator sowieso nicht viel. "Ich freue mich schon darauf, gegen Aaron Rodgers (Green-Bay-Quarterback, Anm.) zu spielen", sagte Schaffer so bestimmt, als wäre das längst ausgemacht. (APA)


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