Aus für 95 km/h beim Wohnheim: 30er-Zone in Lienz verordnet

Der Lienzer Gemeinderat verordnete eine 30er-Zone in der Beda Weber-Gasse.

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Über die Beda Weber-Gasse müssen auch alle Rettungstransporte schnellstmöglich zum Bezirkskrankenhaus gelangen.
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Von Christoph Blassnig

Lienz – Es grenze an ein Wunder, dass an diesem viel befahrenen Verkehrsweg noch keine größeren Unfälle geschehen seien, meinte die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik in der vergangenen Gemeinderatssitzung. Einem langjährigen Wunsch der Anrainer in der Beda Weber-Gasse ist der Gemeinderat in der Sitzung nachgekommen und hat eine 30-km/h-Beschränkung verordnet – wenn auch nicht auf der ganzen Länge der Straße, sondern vorerst nur im unmittelbaren Nahbereich des Wohn- und Pflegeheimes. Außerdem soll in Zukunft ein stationäres Radargerät die Einhaltung dieser Geschwindigkeitsbegrenzung überwachen. Die Bußgelder müsste die Bezirkshauptmannschaft einheben und in der Folge an die Stadt weiterleiten.

Es handelt sich tatsächlich um eine äußerst viel befahrene Straße. Das Schulzentrum Nord zieht Verkehr ebenso an wie das Bezirkskrankenhaus, das nur über die Beda Weber-Gasse erreichbar ist. Viele Autofahrer nutzen diese innerstädtische Ost-West-Verbindung als Ausweichroute für die B100 Drautalbundesstraße. Aufgrund mehrerer Engstellen und eingeschränkter Sichtweiten kommt es regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Die Gemeinderäte waren sich deshalb einig, dass die Verordnung aus Sicherheitsgründen möglichst bald auf die gesamte Straßenlänge ausgeweitet werden sollte.

Für die Genehmigung einer Radarüberwachung war die Erstellung eines Verkehrsgutachtens notwendig. In diesem Zuge sind das tatsächliche Verkehrsaufkommen sowie die Geschwindigkeiten der einzelnen Verkehrsteilnehmer erhoben worden. Darauf verwies die Gemeinderätin Gerlinde Kieberl: „Nach den vorliegenden Daten haben vier Prozent aller Messungen eine Geschwindigkeit zwischen 80 und 95 km/h ergeben. Wir sehen, dass dringender Handlungsbedarf besteht.“ Zusätzlich rechtfertige das erhöhte Aufkommen schutzbedürftiger Personen die Verordnung einer Temporeduktion auf 30 km/h, zitierte die Bürgermeisterin aus dem Verkehrsgutachten, das inzwischen beim zuständigen Baubezirksamt (BBA) zur Überprüfung eingelangt ist, bevor es an die Behörde übermittelt wird. „Ein Verfahren betreffend einen Radarkasten in der Beda Weber-Gasse ist bei der Bezirkshauptmannschaft Lienz nicht anhängig“, teilte dazu die Bezirkshauptfrau Olga Reisner auf Anfrage mit.

Außerdem befinde sich ein Gutachten für eine Verordnung eines Schutzweges im Bereich Beda Weber-Gasse/MPreis derzeit beim verkehrstechnischen Amtssachverständigen des BBA Lienz zur Prüfung, gab die Behördenleiterin zur Auskunft. Insbesondere auf ihre Schlüssigkeit hin sei die Argumentation zu überprüfen, „welche für die Verkehrsbehörde auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist“. Die Umsetzung lässt also noch auf sich warten.


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