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Quarantäne missachtet und randaliert: 15 Monate Haft für 21-Jährigen

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Der 21-jährige Obdachlose muss jetzt 15 Monate in der Innsbrucker Justizanstalt verbringen.
© Rudy De Moor

Die Covidkrise in der Innsbrucker Obdachlosenszene war die Kulisse für einen Strafprozess am Landesgericht. Auf der Anklagebank musste am Donnerstag ein Somalier Platz nehmen, der sich im März mit dem Virus infiziert hatte. Wie andere Obdachlose erhielt der 21-Jährige einen Absonderungsbescheid, die Quarantäne musste er mit sieben Schicksalsgenossen in einem Zimmer in der Notschlafstelle am Innsbrucker Schusterbergweg verbringen. Am 18. März „wollte ich nur kurz Luft schnappen und bin zehn Meter auf die Straße gegangen“, erzählte der Angeklagte im Gerichtssaal. Der Auftakt für einen Polizeieinsatz, der dem Somalier eine Anklage wegen Gefährdung durch ansteckende Krankheiten, Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung einbrachte.


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