„Durchgelüftetes“ Projekt überzeugte die Ellmauer Politik

Eine große Mehrheit der Ellmauer Mandatare war für ein neues Mehrzweckgebäude. Darin sollen Kindergarten, Eltern-Kind-Zentrum, Arztordinationen, Therapieräume, Vereinsräume und eine große Tiefgarage Platz finden.

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So sieht das Mehrzweckgebäude Ellmau aus. Darin finden vorrangig Kinderbetreuungseinrichtungen Platz.
© Otter/Entwurf: Lercher-Frischmann/Kääb-Alliger

Von Wolfgang Otter

Ellmau – Was kann sich Ellmau leisten und was nicht? Diese Frage stand im Hintergrund der Diskussion um den Bau des Mehrzweckgebäudes. Darin sollen Kindergarten, Eltern-Kind-Zentrum, Arztordinationen, Therapieräume und Vereinsräume (die TT berichtete) und eine große Tiefgarage Platz finden. Immerhin will man knapp 14 Millionen Euro investieren.

Es geht sich aus, wenn auch knapp, hatte die Bezirkshauptmannschaft Kufstein als Aufsichtsbehörde befunden, aber Einsparungen und ein Bemühen um mehr Förderungen gefordert. Daher hat man für die Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend, die auf großes Interesse der Bevölkerung stieß, „Luft herausgelassen“, wie es das Architektinnen-Duo Lercher-Frischmann und Kääb-Alliger bezeichnete. Sprich, die Kubatur wurde verringert, ohne dabei aber die Funktionalität zu verschlechtern.

Unterm Strich konnten so die Baukosten auf 13,2 Mio. Euro gesenkt werden. Finanziert wird das Projekt mit knapp vier Millionen Euro an Förderungen, 1,2 Millionen Eigenmitteln der Gemeinde und einem Darlehen in Höhe von 7,9 Mio. Euro. Die jährlichen Belastungen dafür dürften an die 400.000 Euro betragen, wie Bürgermeister Klaus Manzl erklärte. „Ich bin der Meinung, wir können uns diese neue Variante leisten, und wir müssen sie uns leisten“, sagte der Dorfchef.

An und für sich war sich der Gemeinderat sogar einig, dass das Gebäude gebaut werden muss, nur die Liste „Plus für Ellmau“ sah große finanzielle Probleme damit einhergehen. „Wir gehen bis an die Grenze, es geht sich nichts mehr anderes aus“, erinnerte Gert Oberthauser (Plus für Ellmau) an den anstehenden Erweiterungsbau für die Volksschule. Geld für die Planung dafür sei aber heuer gestrichen worden. Die Kinder müssten vorübergehend in Schulcontainer einziehen.

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Geplant ist, das jetzige Kindergartengebäude nach der Fertigstellung für die Volksschule zu nutzen. Da das erst 2024 passieren dürfte, „brauche ich jetzt noch kein Geld für eine Planung“, konterte BM Manzl. Gemeindevorstand Gerhard Pohl (Plus für Ellmau) wollte das Projekt weiter abspecken und plädierte dafür, die Entscheidung zu verschieben „und dem nächsten Gemeinderat zu überlassen“, um diesem nicht so ein teures Erbe zu hinterlassen. Dem schloss sich aber die große Mehrheit nicht an. Das Mehrzweckgebäude wurde mit 12 zu 3 Stimmen genehmigt.


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