„Monster! Monster?“ auf Netflix: Schuldig bei Verdacht

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Steven (Kelvin Harrison) muss sich vor Gericht verantworten. Doch so einfach, wie es scheint, ist seine Geschichte nicht.
© Netflix

Innsbruck – „Schuldig bis zum Beweis der Unschuld“ – oder ist es doch anders herum? Diese Fragen stellt sich der 17-jährige Afro-Amerikaner Steven Harmon (Kelvin Harrison) vor seinem Prozess. Er steht vor Gericht, weil er bei einem Überfall auf einen kleinen Laden Schmiere gestanden haben soll. Für den Staatsanwalt ist er ein Monster. Ob er die Jury vom Gegenteil überzeugen kann oder wie so viele schwarze Jugendliche im harten Justizsystem der USA für Jahre hinter Gitter muss, bildet den Spannungsbogen des Films.

📽️ Video | Trailer zu „Monster! Monster?“

„Monster! Monster?“ ist der Debüt-Spielfilm des Werbe- & Musikvideo-Regisseurs Anthony Mandler, der u. a. mit Rihanna, Jay Z und Beyoncé gearbeitet hat. Er verfilmt damit das bekannte gleichnamige Jugendbuch von Walter Dean Myers. Das dominante Tagebuch-artige Voice-Over, das die Schnipsel der Geschichte teilweise als Drehbuch einordnet, übernimmt er. Der Protagonist will selbst Filmemacher werden und fotografiert und dreht fleißig die Menschen in seinem Viertel. In der Schule schaut er Kurosawas „Rashomon“, in dem es auch mehrere Wahrheiten eines Ereignisses gibt.

Regisseur Mandler baut eine unchronologisch montierte Black-Lives-Matter-Geschichte, die zuweilen etwas bedeutungsschwangere Dialoge ausbreitet und im Guten wie im Schlechten nicht sehr tief in Alltags-Realismus abtaucht. Auf eine allzu einfache, moralische Schwarz-Weiß-Zeichnung legt es der Film aber auch nicht an. Er feierte bereits 2018 beim Sundance Festival Premiere und ist nun via Streaming verfügbar. (maw)

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