Üppige Berge, magere Charaktere: Tirol als Drehort für "Downhill"

Der Film „Downhill“ ist inzwischen online verfügbar. Gedreht wurde das US-Remake vornehmlich in Tirol.

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Kann Pulverschnee diese Ehe retten? Julia Louis-Dreyfus und Will Ferrell in „Downhill“. Gedreht wurde in Ischgl, Fiss und im Kaunertal.
© Imago

Innsbruck – Was tun, wenn eine riesige Lawine auf einen selbst und die eigene Familie zurollt? Gleich vorweg: Sein Handy krallen und weglaufen, Frau und Kids aber zurücklassen, dürfte die denkbar schlechteste Reaktion auf die herannahende Todesgefahr sein. Auch wenn sich die Lawine schlussendlich nur als harmlose Staubwolke entpuppt, Petes feige Flucht löst sich nicht in Luft auf. Seine Frau Billie lässt sein Ego-Trip nun endgültig an der zäh gewordenen Ehe zweifeln.

📽️ Video | Trailer „Downhill"

Dabei hätte alles so schön werden können. Ein luxuriöser Skiurlaub drüben in Europa, genauer in einem Ischgl anno 2019, also voll, laut und mit üppigen Bergpanoramen, sollte nach dem Verlust von Petes Vater für Zerstreuung sorgen.

Der Frage, ob so ein bisschen Pulverschnee diese Ehe retten kann, geht der Film „Downhill“ nach. Dafür drehten Will Ferrell und Julia Louis-Dreyfus 23 Tage in Ischgl, Fiss und im Kaunertal – möglich gemacht durch FISA und Cine Tirol. Nur ein Kinostart war bisher nicht möglich, inzwischen lässt sich der Film aber online (u. a. via Youtube) erwerben.

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Vielleicht besser so, „Downhill“ wäre wohl an den Kinokassen durchgefallen. Das US-Remake des schwedischen „Höhere Gewalt“ (von „The Square“-Regisseur Ruben Östlund) kann nämlich nicht so überzeugen wie sein nordisches Vorbild. Aus bitterböse wurde bei „Downhill“ ziemlich harmlos. Ähnlich einer Staubwolke beeindruckt beim Remake von Nat Faxon und Josh Rash höchstens die pompöse Aufmachung. Dafür wurde bei den Charakteren abgespeckt – den liebenden (eigentlich freiheitsliebenden) Vater nimmt man Ulknudel Will Ferrell nicht ab. Dabei hat „Downhill“ anfänglich alles richtig gemacht. Wie schon „Höhere Gewalt“ (u. a. gedreht am Stilfser Joch) suchte es den Weg nach Tirol. Schade, dass es den schwarzhumorigen Grundton unterwegs verloren hat. (bunt)


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