Machtkampf bei US-Republikanern: Trump-Kritikerin im Abseits

Liz Cheney hatte als eine von nur zehn republikanischen Abgeordneten für das zweite Impeachment von Donald Trump gestimmt. Nun stellte sich der Minderheitsführer der Republikaner, Kevin McCarthy, gegen sie und unterstützte eine Herausforderin.

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Liz Cheney appellierte an ihre Parteikollegen, sich „von dem gefährlichen und antidemokratischen Trump-Personenkult“ abzuwenden.
© ANDREW CABALLERO-REYNOLDS

Washington – Im Machtkampf bei den Republikanern im US-Repräsentantenhaus steigt der Druck auf die Kritikerin von Ex-Präsident Donald Trump, Liz Cheney. Der Fraktionschef der Partei in der Kongresskammer, Kevin McCarthy, sagte am Sonntag dem Sender Fox News, er unterstütze Cheneys innerparteiliche Gegenkandidatin für den Vorsitz der Republikanischen Konferenz im Repräsentantenhaus, Elise Stefanik.

Cheney hatte am Mittwoch in einem Gastbeitrag für die Washington Post von ihren Parteikollegen eindringlich einen Bruch mit Trump gefordert und an sie appelliert, sich „von dem gefährlichen und antidemokratischen Trump-Personenkult“ abzuwenden. Als Vorsitzende der Republikanischen Konferenz im Repräsentantenhaus ist Cheney die dritthöchste Abgeordnete ihrer Fraktion. Trump fordert, sie von diesem Führungsposten zu entfernen.

Für Trump-Impeachment gestimmt

Cheney gehört zu zehn Republikanern, die nach der Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger von Trump Anfang Jänner mit den Demokraten für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump stimmten. Die für eine Verurteilung Trumps notwendige Mehrheit im Senat kam damals nicht zustande.

Seit der Niederlage Trumps gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden bei der Wahl im November tobt ein Richtungsstreit in der Republikanischen Partei. Am Mittwoch könnte es zu einer Abstimmung der Republikaner im Repräsentantenhaus kommen, die über die Zukunft Cheneys auf ihrem Posten entscheiden würde. (dpa)


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