Lehrgang in Osttirol soll Frauen Mut machen, in die Politik zu gehen

In Osttirol findet ab Herbst zum dritten Mal der Kompetenzlehrgang „Nüsse knacken, Früchte ernten“ statt. Aufholbedarf ist gegeben.

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Gina Streit (l.) und Nina Forcher vom Regionsmanagement Osttirol arbeiten an einem Projekt, um Frauen zu stärken. „Nüsse knacken, Früchte ernten“ soll Frauen ermutigen, in die Politik zu gehen.
© RMO/E. Bachmann

Von Catharina Oblasser

Lienz – Gruppenbild mit Dame – in so mancher Osttiroler Gemeinde trifft das auf das Foto des Gemeinderats-Gremiums zu. Immerhin, denn es gibt auch zwei Kommunen, die ganz ohne weibliche Beteiligung auskommen. In zwei Orten, nämlich in Kals und Lienz, sitzen Frauen auf dem Chefsessel, in drei weiteren gibt es Vizebürgermeisterinnen.

Wenn in rund neun Monaten die Gemeinderäte neu gewählt werden, soll der Frauenanteil höher sein, hofft nicht nur die Politik, sondern auch Gina Streit und Nina Forcher vom Regionsmanagement Osttirol (RMO). Um engagierten Frauen das nötige Rüstzeug mit auf den Weg zu geben, startet im September zum dritten Mal der Lehrgang „Nüsse knacken, Früchte ernten“. Angesprochen sind nicht nur künftige Politikerinnen, sondern auch alle, die in der Gesellschaft ihren (weiblichen) Standpunkt einbringen und Einfluss nehmen wollen.

Die ersten beiden Lehrgänge in den Jahren 2008/2009 sowie 2016/2017 waren sehr erfolgreich, erinnert sich Gina Streit. Jeweils rund 30 Frauen hatten sich zusammengefunden, davon auch eine spätere Bürgermeisterin. „Was Frauen oft fehlt, ist, sich mit all ihren Kompetenzen und Fähigkeiten darzustellen“, sagt Streit. „Männer trauen sich alles zu, aber Frauen neigen oft dazu, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Das ist einer der Punkte, an denen der Lehrgang ansetzt.“

Die sechs Module von „Nüsse knacken“ finden zwischen Mitte September 2021 und Mitte März 2022 statt. Sie sind als Präsenzveranstaltungen geplant, das RMO hofft, dass Corona den Plänen keinen Strich durch die Rechnung macht. Eines des Module behandelt Argumentieren und das gekonnte Formulieren des eigenen Standpunktes. Eine Videoaufzeichnung zeigt den Teilnehmerinnen, wie sie auf andere wirken. Andere Module behandeln die Themen Demokratie, Verhandlung und Konfliktlösung, Selbstmarketing oder neue Arbeitsformen, vom Home-Office bis zu modernen Kommunikationsformen. „Diese Einheit haben wir bewusst dazugenommen, unter dem Eindruck der Herausforderungen, die der Lockdown gebracht hat“, schildert die RMO-Mitarbeiterin. Für die 30 Plätze des Lehrgangs gibt es schon 15 Anmeldungen, Plätze sind noch frei. Interessentinnen können sich unter g.streit@rmo.at melden.

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„Nüsse knacken, Früchte ernten“ gab es auch schon im Außerfern, zurzeit läuft ein Lehrgang in Innsbruck. Allerdings kostet er dort über 500 Euro, während die Osttirolerinnen nur 195 Euro zahlen. Das sei möglich, weil neben dem Land auch die EU und die AK mitzahlen.


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