Wildwuchs bei Antigen-Tests: Landesrätin Leja kündigt „anonyme“ Kontrollen an

Noch in dieser Woche sollen Anbieter von Antigen-Tests in Tirol schwerpunktmäßig kontrolliert werden. Werden Mängel festgestellt, drohen harte Sanktionen. Die Bevölkerung wird gebeten, Ungereimtheiten zu melden.

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Symbolbild.
© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – Wie Tirols neue Gesundheitslandesrätin Annette Leja am Dienstag kurz nach ihrer Angelobung ankündigte, sollen noch in dieser Woche die Antigen-Testanbieter in Tirol schwerpunktmäßig kontrolliert werden. Eine entsprechende Vereinbarung habe sie mit Gesundheitsdirektor Thomas Pollak getroffen, hieß es in einer Aussendung. Die Kontrollen zielen darauf ab, die Durchführung und Verwendung der Antigen-Tests und die Qualifikation des Personals durch die Gesundheitsbehörden zu kontrollieren.

Tirols neue Gesundheitslandesrätin Annette Leja.
© EXPA/JOHANN GRODER

Erst am Wochenende hatte der Wildwuchs bei Anbietern teils dubioser Antigentests in Tirol für Aufsehen gesorgt, die TT berichtete. Von nicht immer eingehaltenen Vorschriften war die Rede. Bei manchen Teststationen sollen Ergebnisse schon 72 Sekunden nach der Abstrichnahme bekannt gegeben worden sein und nicht erst nach den vorgeschriebenen 15 Minuten. Das Land kündigte daraufhin eine Prüfung seitens der zuständigen Gesundheitsbehörden an. Diese erfolgt nun ab dieser Woche.

„Hunderte von Ärztinnen und Ärzten sowie Diplomkrankenpflegerinnen und -pfleger leisten bei Teststationen hervorragende Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit, um der Corona-Pandemie die Stirn zu bieten. Wenn es hier durch einige Anbieter zu Unregelmäßigkeiten kommt und damit die gesamte Arbeit der testenden Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegerinnen und -pfleger in Verruf geraten, ist das nicht zu akzeptieren“, wird Leja zitiert.

Stichprobenartige und anlassbezogene Kontrollen

Die Kontrollen sollen stichprobenartig stattfinden, die Teststationen werden sowohl zufällig ausgewählt als auch bei konkreten Anlassfällen und Hinweisen aus der Bevölkerung hinsichtlich möglicher Mängel kontrolliert.

Durchgeführt werden die Kontrollen von Mitarbeitern der Gesundheitsbehörden der Bezirkshauptmannschaften – und zwar vorwiegend anonym, um ein möglichst ungefiltertes Lagebild zu erhalten.

„Sollten die Qualitätskriterien nicht eingehalten werden und grobe Mängel festgestellt werden, werden wir die Zusammenarbeit mit dem Testanbieter sofort beenden und die Zahlungen umgehend stoppen“, so die Gesundheitslandesrätin. Bei weniger gravierenden Mängeln werde es umgehend eine Abmahnung geben, im Wiederholungsfall komme es auch hier zur Auflösung der Zusammenarbeit und zur sofortigen Einstellung der Zahlungen an den Testanbieter.

Leja betonte, dass es sich bei Verstößen nicht um ein Kavaliersdelikt handle: „Ich hoffe, mit diesem Kontrollschwerpunkt ist spätestens jetzt allen Testanbietern klar, dass die Vorgaben vom Bund und Land sowie die Produktvorgaben bei den Antigen-Testungen strengstens einzuhalten sind.“

Die Bevölkerung ist aufgerufen, beobachtete Ungereimtheiten oder Mängel bei den privaten Antigen-Teststationen beim Land Tirol zu melden und anzuzeigen. Dazu wurde seitens des Landes mit antigenteststationen@tirol.gv.at eine eigene Mail-Adresse eingerichtet, die von der Gesundheitsdirektion des Landes Tirol betreut und bearbeitet wird. (TT.com)


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