Baiba mit „Lighter“: Selbstfindung in üppigen Soundscapes

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Baibas neues Album „Lighter“ entstand größtenteils in der eigenen Wohnung.
© Cho

Innsbruck – Dass sie einmal die Chartstürmerinnen Beyoncé, Ariana Grande oder Billie Eilish als ihre musikalischen Vorbilder nennen würde, hätte Baiba vor einigen Jahren nicht gedacht. Inzwischen steht sie zur ihrer Liebe zum Pop. Inzwischen macht auch sie, die mit ruhigen Gitarrenklängen als Indie-Singer-Songwriterin bekannt wurde, auch einfach Pop. Elektronisch, experimentell, versteht sich. Aber dennoch: Pop. Hören kann man das auf ihrem neuen Album „Lighter“, das Baiba morgen veröffentlicht.

Seit nunmehr sechs Jahren macht Baiba auch in Innsbruck Musik. Ein Kulturaustauschprogramm brachte sie von Lettland nach Tirol. Und sie ist geblieben. Als Mitarbeiterin der Kulturbackstube „Die Bäckerei“, wo sie veranstaltet und auch regelmäßig auf der Bühne zu sehen ist; und eben als Musikerin und Produzentin.

📽️ Video | Baiba – “I Can Tell You My Sins“

2017 ist hier ihr Debütalbum „These Storms“ (released als Baiba Dekena) erschienen – zehn Gitarrensongs, die ihr Bild als melancholische Songwriterin mit starker Stimme geprägt haben. Heute will Baiba die Leute vor ihrer Bühne auch tanzen sehen, verrät die Musikerin im Gespräch. Was sich in frühen Songs wie „Rits“ schon abzeichnete: Baibas Musik steht auch der treibende Rhythmus, polternde Beats. Ihre Texte bettet Baiba in neuen Songs wie dem titelgebenden „Lighter“ oder in „I Believe You“ auf üppige Soundscapes und deckt diese mit vibrierenden Synthies und massiven Beats zu. Dazwischen streut sie Atmosphärisches, etwa „Lighthouse“ und das vielleicht etwas zu verwinkelte „I Can Tell You My Sins“. Eintönigkeit kommt jedenfalls kaum auf: Mal klingt es pompös wie bei Lylit, mal cool wie bei Leyya. Absolut radiotauglich ist das vorab veröffentlichte „Boy From Murcia“, das besonders locker-flockig daherwedelt. Da kann der Sommer kommen.

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Ein melancholischer Grundton bleibt dennoch in der neuen Musik, erklärt die Wahlinnsbruckerin. Vor allem textlich, wo es bei Baiba auch um das Selbstfinden geht. Und um Fragen wie: Wie agiere ich als Musikerin? Wie kann ich lieben? Die Bühne jedenfalls will sie – wenn es denn einmal so weit sein wird – mit neuem Selbstbewusstsein betreten. Eine Sicherheit, die ihr auch die neue Musik gibt, so Baiba. (bunt)


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